Sie sind hier: Startseite » Altes Pfarrhaus

 

Nach vielen Jahren haben wir nun die Option, einen Zuschuss seitens der Stiftung Denkmalschutz zu erhalten, um das Dach des letzten "originalen" ortsbildprägenden Hauses am Anger zu retten. Leider ist der Eigenanteil so hoch, dass wir das nur mit zusätzlicher öffentlicher Hilfe geregelt bekommen können, wenn überhaupt.

Dazu gibt es hier ein wenig mehr Information: 

https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2018/2/denkmal-in-not.php#.WsPUFn9CTIU

Auf die Internetseite unserer Schäferei gehört dies Thema ja eigentlich nicht...oder vielleicht doch:

Schäfer leisten Wichtiges für Kultur(landschaft) und Gesellschaft, Historie, Umwelt und Vielfalt. Sie können von ihrer Arbeit nicht leben.

Wenn sie dann auch noch einen Kredit haben möchten, um ein Denkmal nicht nur irgendwie zu erhalten wie bislang, sondern es der Reparatur bedarf, weil sich sonst keiner gekümmert hat -
Kultur, Gesellschaft, Historie, Umwelt und Vielfalt-
erstaunliche Parallelen...

Unsere Gebäudeversicherung hat übrigens vor Jahren das denkmalgeschützte Sollingplattendach aus der Sturmversicherung ausgeschlossen...vermutlich wird sie keinen Spendenbeitrag leisten, aber wir lassen ihr den Aufruf natürlich zukommen, in einer schicken Zeitung der Stiftung Denkmalschutz.

Man kann so ein Dach auch mit Blech dicht bekommen-
bei allem, was wir tun, versuchen wir es mit größtmöglicher Authentizität.
Leider kann man davon keine Rechnungen bezahlen...und ist in heutiger Zeit immer irgendwie der Dumme. Sei´s drum...
Inzwischen gibt es dazu einen Facebook-Account, Altes Pfarrhaus Löwendorf. Den Vertrag mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz haben wir auch unterschrieben und deshalb steht hier auch dies Logo

         

wir sind sehr froh, dass diese Förderung gelungen ist- ein großes Dankeschön allen Spendern an die Stiftung und all jenen, die spziell für dies Projekt aktiv geworden sind. Nach Fertigstellung der Maßnahme werden wir einen Tag der Offenen Tür  veranstalten.
Es ist geplant, in näherer Zukunft, hier einen kleinen Bericht zum Fortgang zu verfassen-
sofern Baustelle und Schafe und...uns Zeit lassen.

           manchmal geht es krumm- Kupfernagel in Sollingplatte

 

Zum "Tag des Offenen Denkmals" am 8. September 2019- egal wie weit wir sind, wir machen die Tore auf. Von 13-17 Uhr:

https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/besucher/

Wenn man sich in alte Bauernhäuser verliebt hat, landet man auch schnell hier:

                                   

                                   


...peu à peu folgen weitere Teile des Berichtes und Bilder- die praktischen Arbeiten gehen allerdings vor der Dokumentation

tatsächlich soll der Tag des offenen Denkmals am 13.9.2020 digital stattfinden- mal sehen, was wir da zustandebringen         

Logo TdoDLogo TdoD

 

 

Schilfumkleidung auf LehmLehmverputz im Fenstersturz

März 2020. Die Innenbereiche werden gedämmt- Schilfrohr, bauseits geborgener Lehm, über Kopf eine spannende Aktion mit vielen Klecksen

Fenster nach NordenTorbogen

Februar 2020- und noch ein paar neue Fenster auf der Rückseite, und die Leisten um die Oberlichter im Torbogen

Die letzten beiden Steine

5. Januar 2020: die letzten beiden Steine im Mauerwerk fehlen noch- Steinmetzarbeiten vor dem Einsetzen, vorsichtig, denn es sind die letzten in dieser Farbe 

 

Keil


Ende April -  Mordsarbeit, diesen Keil mit Hanf und Leinöl so über zwei Etagen einzuarbeiten. Klasse Arbeit der Zimmerei Marx.

Tennentür ohne Glas


Anfang April 2019 - unsere Tennentür ist wieder eingebaut, nicht ganz wie vorher, aber fest. Sie wartet noch auf Schmirgelpapier, Leinöl und Fensterversiegelung, und auf die Oberlichter. Wir warten auf wärmeres Wetter- aber haben immerhin seit Dezember endlich wieder Tageslicht in der Tenne. Der Oleander hat die Dunkelhaft offenbar vertragen.

neue Fenster im Pfarrhaus


März - wir haben wieder Fenster!!! Nach einem halben Jahr ohne Tageslicht in diesen Zimmern...
Jetzt können wir die Kälte in den Räumen sehen ; und hoffen auf wärmere (nachtfrostfreie)Temperaturen zum Mauern.

KopfbandSchriftzug Torbogen
Der Torbogen ist drin. Neues Schnitzwerk nach altem Vorbild, Altes erhalten wo immer möglich. Begeisterung

LeistenRahmen
eine Woche später im Februar- inzwischen sind die Fenster weiß- die Leinölfarbe trocknet langsam, aber mittlerweile wird im Spritzraum gearbeitet. Montag nochmal die Rahmen, dann ist der Rest Sache der Fensterbauer. Gefühlt 500 Leisten geschliffen und gestrichen- aber es sind nur knapp hundert

DunkelhaftFenster, noch roh
Anfang Februar- seit Monaten ohne Tageslicht in Küche und Vorrat, zwischendurch ganz gemütlich, aber als Dauerzustand??...bin nicht zum Höhlenbewohner geboren. Damit es bald wieder Licht gibt, noch glaslose Fenster mit Leinöl behandeln- das mag der Fensterbauer nicht. Trocknet nur langsam um diese Jahreszeit- aber immerhin darf ich in der Werkstatt streichen.

Ende Dezember 2018. Nach sehr kühlen Feiertagen in wenigen beheizten Räumen und soviel Sturm, dass man denken konnte, das Haus fliegt weg mit seinen als Segeln funktionierenden Staubplanen, sind die Zimmerleute wieder da. Der Torbogen muss ausgetauscht werden, dafür das Tor raus, eine Zwischenwand rein. Nächstes Hausdrittel kalt und dunkel. Ich hoffe, es geht zügig voran- wenn erst Lammzeit ist, bleibt für Restaurierung noch weniger Zeit, und im Winter ist mauern draußen genauso angesagt wie malen. Auch die Torbogenschlangen sind noch in Winterstarre...

22.Dezember 2018. Dies Jahr werden sehr authentische Weihnachten- es ist eine zugige "Hütte". Die Gefache sind aufgrund der Witterung nicht zu Ende ausgemauert, die Fenster auf der linken Hausseit nicht fertig (Leinöl und historische Oliven stehen parat). Vorgeschraubte Platten und Dämmung, schaffen etwas Abhilfe. Planen flattern romatisch im Dauersturm. Der desolate Torbogen ist soweit für den (hoffentlich dann auch stattfindenden) Umbau im Januar vorbereitet, dass er fast nur optisch dasteht. Wir sichern, was zu sichern ist- notfalls in Vitrine.
Mit dem Wind wandern Lehm-und Holzstaub aus unerklärlichen Vorräten in die Tenne, was nicht nur Dekoration umgehend mit mattierender Schicht bedeckt. Sepiastaub. Bekommt die Krippenlandschaft halt einen Hauch von Wüstensturm...Fals es im historischen Vierständer-Hallenhaus noch kälter würde- hätten wir noch immer die Möglichkeit, echte Schafe aus dem echten Stall zu holen...

Anfang Dezember- endlich Wetter zum Mauern? Nachdem es in den letzten Tagen gefühlt all den Regen gegeben hat, den wir über Sommer gebraucht hätten (für die Schafe in diesem Jahr zu spät, den Rest wird man sehen, 2019), sieht es aus, als würde es noch einmal mild genug, weitere Fächer zu schließen.

Ende Oktober...an unserem Torbogen ist ein Dreieck aus dem Holz weggestemmt, das erneuert werden muss. Neuer Eingang für jene, die ohnehin immer am Holz herumhacken. So hatten wir denn einen Kleiber in der Tenne, der mehrmals gegen die Scheibe fliegen musste, bis wir den leicht benommenen Jungvogel fangen konnten. Nach einer Viertelstunde war er wieder fit- und hat hoffentlich seinen noch draußen tobenden Geschwistern erzählt, dass es nicht ganz so klug ist, jede vorhandene Lücke zu nutzen...

Etwas später im Oktober. Heute sind die letzten nicht mehr benötigten Gerüstteile an drei Seiten abgebaut worden, aber wir ziehen automatisch nch den Kopf ein, dort, wo sie seit Juni gestanden haben. Es wird noch lange gefegt werden müssen, bis wieder Raum für Gartengestaltung ist. Morgen will ich endlich ans Mauerwerk, das Wetter passt, die Arbeit an den Schafen auch- und das Gerät zum Steine in Form bringen, damit die Fugen passen, ist auch endlich da. Sumpfkalk ist angerührt.

Anfang Oktober. Nun sind die Zimmerleute am Zug- im wahrsten Sinne- ein Fachwerkständer, den man vor rund 100 Jahren mal abgesägt hat, ohne die Verbindungen mit den anderen Balken aufzuarbeiten, hatte sich nach außen bewegt. Gut, dass sowas lange dauert, sonst wäre unsere Jüngste irgendwann mit ihrem Zimmer im Vorgarten gelandet. Nun ist alles wieder in Flucht, neu angeschuht, und die ersten Fächer können ausgemauert werden.

Ende September: der ergiebige Regen diese Woche hat den Staub der Bauarbeiten vom Dach gewaschen. Dafür staubt es jetzt wieder im Haus : die Fassade ist in Angriff genommen. Steine, Lehm, Holz - und Mengen an Epoxydharz, das seinerzeit sehr beliebt war, um verschiedene Materialien überzuspachteln. Auch bei einigen Landeskonservatoren. Zum Glück sind die Schäden nicht so groß wie befürchtet. Gute alte Eiche.

altes Dach mit Löchernaltes Dach, Krempe


21. September- diese Bilder gehören der Vergangenheit an- dafür gibt es jetzt Löcher in der Wand: seit gestern sind die Zimmerer wieder da und stellen das Fachwerk an der Südfassade frei...

Doppelmulde und SollingSollingdach
Dach neu, ein paar Reihen fehlen noch


17. September. Wir werden sie vermissen- die Leute, die frühmorgens über Gerüste schleichen und die ersten Hammerschläge leise machen. Heute wird das Dach fertig und die Mannschaft uns verlassen. Sie haben eine großartige Leistung gebracht, jeder. Ein Präsentkorb für jeden und die Einladung zum großen Abschlussfest ist das Geringste, den Dank auszudrücken.

AbdeckenSollingpalttenbruchalter DachstuhlPlatten, geborgen und zur Weiterverwendung
Seit Juli ist hier Großbaustelle. Der Garten Baustofflager, ebenso der Parkplatz. Die Sollingplatten werden vorsichtig abgenommen und nach Nöglichkeit behauen und weiterverwendet- es gibt keinen Steinbruch, der so gute neue herstellt. Die Bruchstücke werden das dach im Garten fortsetzen, statt Kies

Wir sind beschenkt mit unserem Handwerkerteam:

zum Einen die Negenborner Dachdecker, Spezialisten mit handwerklicher und künstlerischer Begabung, die mit Sollingplatten ebenso begabt umgehen wie mit Doppelmuldenpfalzziegeln, mit Holz- oder Metallarbeiten am historischen Dach.

Zum Anderen die Zimmerei Marx aus Beverungen. Hand in Hand mit den Dachdeckern haben die Holzprofis behutsam zunächst den Dachstuhl dort wiederhergestellt, wo der Zahn der Zeit oder auch Menschen ohne Weitblick ihre Spuren hinterlassen hatten. Austausch wo nötig, denkmalgerecht und fachlich super.

Angefangen hatte die Restaurierungsaktion mit einem dieser vorweihnachtlichen Schreiben der Stiftung Denkmalschutz im Sinne von "Bitte spenden Sie, durch unser Kirchendach regnet es". Kurzerhand schrieb ich zurück "durch mein Dach regnet es auch" und schilderte die Vorgeschichte. Nie hätte ich mit einer Anwort gerechnet, die mir auch noch anriet, einen Förderantrag zu stellen- wobei es noch drei Jahre dauerte, bis ich dazu die Zeit fand. Und dann kam es zu diesem mittlerweile weit bekannten Artikel
https://www.monumente-online.de/…/2018/2/denkmal-in-not.php…