Sie sind hier: Startseite » Termine - was war gerade los » Nachlese

 

Hier ist der verarbeiterischen Einfachheit halber die aktuellste Terminsache immer hinten...
sonst werden wir der Flut nicht unbedingt zu vergessender Dinge nicht mehr Herr ...


 Eine schöne Veranstaltung mit vielen Gästen und vielen Helfern in allen Variationen- ein ganz herzliches Dankeschön all jenen, die, in welcher Weise auch immer, zum Gelingen dieses besonderen Festes beigetragen haben -

wir haben viele Schafrassen und wir haben viele engagierte Menschen in Nordrhein-Westfalen -
es gibt eine Menge Probleme, manche Forderungen,
sehr viele Versprechen (darunter sicher allerlei Versprecher)...und eine Menge Möglichkeiten,
wenn wir zusammen etwas bewegen

Nebenstehende Torte aus der "Werkstatt" von Kathrin Hibbeln wurde amerikanisch versteigert:
es zeigte sich, dass nicht nur Schafe die Begehrlichkeiten der Züchter und Halter in NRW wecken können

 

100 Jahre Schafzuchtverband NRW    


     
Samstag, 27. April 2013, 14.00 Uhr

Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse

         Programm

14.00 Uhr Festakt

Ansprache der Vorsitzenden O. Humpert

Grußworte

Minister J. Remmel

Kammerpräsident J. Frizen

VDL-Vorsitzender C. Lauenstein

14.30 Uhr Gemeinsames Kaffeetrinken

Gesangseinlage: "Chor der Freunde der Bergischen Bauern",
kurz: "Müllenbacher Bauernchor"

Vortrag „Zwischen Himmel und Herde“
        Pastor Lutz Heipmann

Gesangseinlage: 
"Chor der Freunde der Bergischen Bauern",
kurz:"Müllenbacher Bauernchor"

15.30 Uhr Schauprogramm
Vorstellung der Schafrassen
Schauscheren früher und heute
Wettbewerb Gewichte schätzen
Prämierung der Jährlingsböcke

18.30 Uhr Abendbuffet

20.00 Uhr Night Sale der Jährlingsböcke

21.30 Uhr Schäferball

Musik und Tanz
Tombola
Überraschungseinlagen

    Informations- und Verkaufsstände rund ums Schaf

                                          http://www.schafzucht-nrw.de

Kathrin Hibbeln zauberte diese gewichtige Jubiläumstorte

Verbandsfahrt vom 9. - 11. Mai machte Lust auf mehr
2013-06-20 16:22:21
In diesem Jahr wurde der Bus der Verbandsfahrt nach Ostfriesland fast voll, wieder gelang es dem Orga-Team, diesmal unterstützt vom Landesschafzuchtverband Weser-Ems, für alle ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Ortrun Humpert fand sich bereit, einen Bericht über diese Fahrt zu verfassen.

"Eine buntgemischte Truppe von 39 Schafhaltern aus NRW machte sich, frühmorgens angefangen in der Eifel und eingesammelt in Dortmund und Rheda-Wiedenbrück, auf den Weg nach Ostfriesland: Zeit für die traditionelle Verbandsfahrt. Die begann für alle mit einem gemeinsamen Frühstück in Rheda-Wiedenbrück, von wo aus wir fast pünktlich starteten.

Zunächst besuchten wir die Thülsfelder Käserei mit Milchschafen und -kühen in Garrel. Warum, seit wann und wie - Käser Mechelhoff, der sein Handwerk übrigens in der Schweiz gelernt hat, stand Rede und Antwort, ob in Stall, Melkstand, Milchkammer oder Reiferaum. Angesichts der hohen Temperaturen und des mit Getränken gefüllten Bus-Kühlschrankes mussten wir bedauerlicherweise Abstand davon nehmen, den reichlich probierten hervorragenden Käse käuflich zu erwerben, was allerdings einige auf der nächsten Tour in die Richtung nachholen werden.

Nach dem Mittagessen im Hotel am See führte uns der Weg zum Moorhof nach Zetel. Spätestens jetzt war auch der letzte Teilnehmer von den fahrerischen Qualitäten unserer Busführerin Uschi überzeugt, die die krummen, zugewachsenen Knicks vorwärts wie rückwärts zu nehmen verstand - ein Hinweis auf Fahrbahnschäden, den wir am Ende der Aktion entdeckten, konnte nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen.

Peter Schein vom Moorhof führte uns - tatsächlich zu Fuß - durch Teile des mit Moorschnucken in Herdbuchzucht sowie Ziegen aller Art bearbeiteten Gebietes, eine beeindruckende, sehr eigene Landschaft, die nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit und Geschichte besonderer Pflege bedarf. Es zeigte sich wieder einmal, dass, egal, wo Schafhaltung aktiv ist, die Menschen schon eine Menge Einsatz bringen müssen.

Anschließend ging es zu unserem Hotel in Wilhelmshaven, einem Komplex aus vielen einzelnen hinzugekommenen ehemaligen Wohnhäusern - eine interessante Gebäudegestaltung, die allerdings auch ihre gewöhnungsbedürftigen Seiten, Stufen und Etagen hatte - einige leicht Irritierte waren allerdings spätestens beim ausgiebigen Frühstück versöhnt.

Vor diesem lag jedoch zunächst ein Abendessen im Hotel und eine Runde in Wilhelmshaven, bei der sich dann - je nach Lokalität und echter oder vermeintlicher Ortskenntnis - drei Grüppchen ergaben, die den Abend auf verschiedene Weise gemütlich ausklingen ließen.

Wir starteten den zweiten Tag mit einer Schiffsrundfahrt durch Jadebusen und Marinehafen, bei ziemlich frischem, aber fast trockenem Wetter.

Der Weg führte uns weiter zur Deichschäferei Faß im Außenbereich von Wilhelmshaven - einer beeindruckenden Anlage, nicht nur vor dem Hintergrund des dortigen Deichverbandes, sondern auch dem einer engagierten Familie. Vorzugsweise Kreuzungen aus Suffolk und Texel werden auf den Deichen eingesetzt - es gibt aber auch eine reine Suffolk-Herde. Interessant waren hier vor allem die Ausführungen zur Ablammung, aber auch Ideen zur Stalleinrichtung waren mit den Augen zu stehlen. Für die Ohren gab es neben Fachwissen allerhand Anekdötchen vom Chef.

Weiter ging es zu einer ganz anderen Deichschäferei, die in wesentlich kleinerem Maßstab und als Biobetrieb mit Direktanlieferung wirtschaftet - der Texelbetrieb Sassen aus Arle. Wir besichtigten die Stallungen, außerordentlich verspielte Hütehundwelpen und das Kaffeebuffet im Stall, um danach die Herde auf dem ziemlich entfernten Deich in Augenschein zu nehmen und darüber nachzudenken, wieviel Geld im Tank bleibt bei solchen Strecken.

Das nächste Ziel war der Hof Heftrich-Beckers in Wittmund: der Weg wieder eine Herausforderung für die Fahrleistungen von Uschi, das Wirtschaften in einem denkmalgeschützten Objekt eine Herausforderung für die Züchter. Der Bio-Betrieb hat sich der Herdbuchzucht von Weißen Gehörnten Heidschnucken gewidmet - am Abend allerdings dem Grillen für die Gäste aus NRW.

Diese wanderten nach Ankunft in Wilhelmshaven nicht mehr durch die Stadt, sondern blieben gesellig im Hotel.

Früh am anderen Morgen starteten wir zu Herrn Cornelius vom Deichband (so heißt das, es fehlt kein "ver"), der uns zunächst vom fahrenden Bus aus, später im Containerbüro faszinierend von der Arbeit als (noch) "Deichgraf" erzählte und nicht nur bei der Vorstellung der Sandsackfüllmaschine ganz konkret vermitteln konnte, wie wichtig und aufwendig der Schutz des Landes ist. Wir hätten noch lange zuhören mögen, aber unser hervorragend geplanter Ablauf mahnte zum Aufbruch.
Bleibt zu hoffen, dass Menschen, die so viel bewegen, gute Nachfolger finden.

Das Ehepaar vom Hof Rüdebusch in Stadland zeigte uns seine Suffolks, Milchschafe und Kühe, die im Deichhinterland grasen, und lud uns zum Kaffee in den derzeit leeren Schafstall.

Schlussendlich landeten wir - nach einer Exkursion in ein Naturschutzgebiet zu den wilden Schachbrettblumen am Wegesrand - auf dem Betrieb Schmidt in Berne, wo wir, zuvor bestens mit Grillgut und mehr gefüttert, extra gepferchte Zuchtschafe - Weißköpfige Fleischschafe, Berrichon du Cher und Suffolk - hinterher auch noch den neuen Kuhstall besichtigten. Das obligatorische Gruppenfoto entstand in einsetzendem Regen, der uns auf der Rückfahrt begleitete, der guten Laune jedoch keinen Abbruch tat.

Überall trafen wir auf engagierte und aufgeschlossene Schafleute, die uns freundlich aufnahmen, bewirteten und bereit waren, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Wir bedankten uns jeweils mit einer Flasche Wacholder, natürlich aus schafbeweidetem Gebiet Nordrhein-Westfalens. Es gab - trotz nicht immer leichter Bedingungen - in vielen Betrieben motivierte Hofnachfolger.

Sollte der Eindruck entstanden sein, wir hätten allerlei von Schafen und Landschaften gesehen und ansonsten vorzugsweise gegessen und getrunken, so entspricht das in etwa den Tatsachen. Dass dies in einer sehr netten, ausgesprochen harmonischen Atmosphäre geschah, macht Lust auf die nächste Verbandsfahrt - nochmal ein herzliches Dankeschön an die Organisationsgruppe, verbunden mit der Bitte, schon mal laut über diese nächste Tour nachzudenken"


Am 20. März 2013 fand auf Haus Düsse ein Veranstaltung zum Thema Beutegreifer statt:
Titel: "Schaf und Wolf - verträgt sich das"
Untertitel: "Landschaftspflege mit Wölfen"

Leitung
Dr. Matthias Kaiser, LANUV NRW
Dr. Ernst Brüggemann,
Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen e.V.Schafzüchtervereinigung Nordrhein-Westfalen e.V.   Zuchtleiter und Geschäftsführer

Textauszug aus dem Flyer
Schaf und Wolf - verträgt sich das?Landschaftspflege mit Wölfen

Zum Thema:
Natürliche Wolfsansiedlungen vor allem in Sachsen und Brandenburg sowie weitere Rudel und Einzelnachweise in anderen Bundesländern lassen eine Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen wahrscheinlich werden. Auch die aktuelle Besiedlung des benachbarten Niedersachsen im Jahr 2012 mit einem Wolfsrudel zeigt die Potentiale auf. Bei der Ausbreitung des Wolfes handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, der aus naturschutzfachlicher Sicht vom Land Nordrhein-Westfalen ausdrücklich begrüßt wird. Naturhistorisch betrachtet handelt es sich um eine heimische Art, die Wiederbesiedlung kann zum Erhalt der Biologischen Vielfalt beitragen. Obwohl Wölfe sich in Deutschland hauptsächlich von Schalenwild ernähren, sind Raubtier-Nutztier-Konflikte nicht auszuschließen. Nutztierhalter - und hier in erster Linie die Schafzüchter - sind hierdurch direkt betroffen. Vor allem in den Gebieten, in denen Wölfe sich nach langer Abwesenheit wieder ansiedeln, müssen geeignete Schutzmaßnahmen zunächst wieder etabliert werden.
Ziel dieser Veranstaltung sollte sein, über das Verhalten des Wolfes und seine naturschutzfachliche Bedeutung zu informieren. Erfahrungsberichte aus der Lausitz zeigen, wie Schäfer Verluste in der Viehhaltung effektiv abwehren können. Abschließend wurde erläutert, wie sich das Land Nordrhein-Westfalen auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet.

Ortrun Humpert, Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW

Erfahrungen aus Sachsen im Umgang mit dem Wolf
André Klingenberger, Biosphärenreservat Oberlausitz

Wolf, Wild und Jagd - wie verträgt sich das?
Franz von Plettenberg, Bundesforstbetrieb Lausitz

Organisation der Beobachtung der Ausbreitung des Wolfes in NRW Dr. Ingrid Hucht-Ciorga, Wildforschungsstelle des Landesbetriebes Wald und Holz NRW

 Unterstützung der Schaf- und Ziegenhalter in NRW beim Auftreten von Wölfen
Dr. Matthias Kaiser, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW

Hintergrund:
...wir haben in NRW noch keine Wölfe offiziell nachgewiesen
- aber wir sollten uns schon heute mit dem Thema beschäftigen, und vor allem sollten auch WIR uns damit beschäftigen...

 

Unser Resümee der Veranstaltung,
die viele Seiten des Problems beleuchtet hat, sicher aber kein Patentezept ermöglicht, was wir in Zukunft zu tun haben werden -
wir müssen in jedem Falle "dranbleiben", und zwar am besten mit Sachlichkeit und ohne die Emotion, die zwar verständlich ist, (betrifft uns das Thema doch ganz heftig), die aber manchmal auch an klarem Denken hindert. Lasst uns jetzt am Thema arbeiten, bevor wir unter Zeitdruck geraten, weil wirklich schon etwas passiert ist...:

Dass wir Schafhalter und Schäfer uns nicht begeistert in den Reigen des "Willkommen, Wolf" einreihen können, dürfte für alle nachvollziehbar sein. Wir arbeiten dort, wo gerade auch Beutegreifer sich wohlfühlen dürften, wenn sie sich hier ansiedeln -in den schönen, unwirtschaftlichen und weitab liegenden Gegenden des Landes, zum Erhalt der Artenvielfalt vielfach sogar von den Behörden bestellt als günstige Landschaftspfleger - denselben Behörden, die auch die Rückkehr der Beutegreifer als Teil einer intakten Natur begrüßen.
Der Schafzüchter erhält  mit erheblichem Einsatz besondere Rassen, oft genauso bedroht wie der geschützte Luchs oder Wolf.
Der Schäfer muss seine Existenz von und mit seinen Schafen bestreiten.
Die Gesetzeslage schützt den Beutegreifer, und ob man will oder nicht, er wird sich wieder ansiedeln. Ob in unseren Regionen nur als Durchzügler oder in festem Familienverband, wird sich zeigen.

Wichtig ist, dass nicht an den Sorgen und Interessen der Schafhaltung vorbei verwaltet wird.
Die erforderlichen Präventionsmaßnahmen bei Auftreten eines Wolfes können die Betriebe nicht selbst tragen - der Mehraufwand benötigt Förderung. Ebenso muss eine Kostenübernahme auch der Folgeschäden geklärt werden. Zudem die Haftung für Unfälle in Folge des Ausbrechens der Schafe bei Bejagung durch den Wolf uvm.
Hierzu gibt es eine Veröffentlichung für die Presse seitens des Schafzuchtverbandes, die hier angehängt wird und klarstellt, was die Schafhaltung benötigt, um mit dem Wolf (und anderen Beutegreifern) leben und weiterhin Landschaft pflegen zu können.

Trotz des Satzes aus dem Ministerium, man sehe derzeit keinen Handlungsbedarf, da ja noch kein Wolf in NRW aufgetreten sei, nehmen wir die Ankündigung der Behördenvertreter an:
im Falle des Auftretens von Wölfen werde man sich, um das Rad nicht neu zu erfinden, an den Managementplänen derjenigen  Bundesländer orientieren, in denen diese Absprachen schon zu einem für beide Seiten funktionierenden Miteinander geführt haben (Sachsen, Brandenburg) -

wir werden notfalls darauf zurückkommen.

         
 

Deshalb hier der Text vom Schafzuchtverband NRW
Rückkehr des Wolfes – Wer hilf den Schafhaltern bei Schäden?

Forderungen der Schafhalter Nordrhein-Westfalens wurden gegenüber dem Land Nordrhein-Westfalen im Februar 2009 formuliert, also bevor der erste Wolf im Kreis Höxter gesichtet wurde und ein Schaf gerissen hatte. Mittlerweile ist dieser Wolf (Reinhard) in Hessen verendet. Jetzt wurden in Niedersachsen im Jahr 2012 junge Wölfe geboren, mit einer Ansiedlung von Wölfen in Nordrhein-Westfalen ist demnach in absehbarer Zeit zu rechnen.
Deshalb werden an dieser Stelle die Forderungen erneuert. Im Folgenden sind die im Jahr 2009 gestellten Forderungen im Einzelnen aufgeführt (kursiv) und es wird ergänzend kommentiert, inwieweit mittlerweile Maßnahmen ergriffen worden sind.

1. Es ist dringend erforderlich, dass die Schafhalter darüber informiert werden, wie sie sich zu verhalten haben und welche Möglichkeiten der Entschädigung es gibt, wenn sie den Verdacht haben, dass es zu Schäden in ihrer Schafherde oder durch ihre Schafherde infolge eines Beutegreifers (Wolf, Luchs) gekommen ist. Diese Frage sollte unbedingt geklärt sein, bevor der erste Wolfsangriff auf dem Gebiet Nordrhein-Westfalens erfolgt.

Nachdem Ende 2009 bestätigt worden war, dass ein Wolf im Kreis Höxter ein Schaf gerissen hat, wurde beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) eine Arbeitsgruppe Wolf eingerichtet. Der Schafzuchtverband ist mit seinem Wolfsbeauftragen Ulf Helming aus Augustdorf in dieser Arbeitsgruppe vertreten.

2. Wir schlagen vor, wie in Sachsen Personen zu schulen, die als sachverständige Ansprechpartner dienen und im Falle eines vermuteten Angriffs eines Beutegreifers eine erste sachkundige Beurteilung vornehmen und entsprechende weitergehende Untersuchungen in die Wege leiten können. Diese Personen sollten auch über die Antragstellung zur Entschädigung informiert sein. Wir sind der Auffassung, dass vorläufig zumindest eine dieser Personen aus dem Kreis der Schafhalter kommen sollte, um den Schafhaltern des Vertrauen zu geben, dass ihre Sorgen ernst genommen und sachkundig behandelt werden.

Mittlerweile wurde in Nordrhein-Westfalen ein Netz von Luchsbeauftragen eingerichtet und geschult, einige von diesen Luchsbeauftragen konnten auch an Wolfs-Schulungen in der Lausitz teilnehmen, darunter auch der Wolfsbeauftragte des Schafzuchtverbandes NRW Ulf Helming. Die Finanzierung dieser Schulungen wurde vom Land Nordrhein- Westfalen übernommen.

3. Es besteht wohl kein Zweifel, dass Schaf- und Ziegenherden die am stärksten von Beutegreifern bedrohten landwirtschaftlichen Nutztiere sein dürften. Die Wiederansiedlung des Wolfes ist offensichtlich gesellschaftlich erwünscht, eine Bejagung ist dementsprechend derzeit unter Strafe gestellt. Wir sind der Auffassung, dass in diesem Fall die Gesellschaft für Schäden aufzukommen hat, die durch Wölfe an landwirtschaftlichen Nutztieren entstehen. Aus umfangreichen Erfahrungen mit frei laufenden Hunden wissen wir, dass in erster Linie bei einem Wolfs- oder Luchsangriff mit folgenden Schäden zu rechnen ist:

Beunruhigung der Herde durch den Angriff durch Beutegreifer mit der Auswirkung, dass die Herde tagelang nicht mehr geführt werden kann

Ausbruch der Herde aus dem Pferch bzw. der Koppel

Verletzungen und Todesfälle durch den Biss der Beutegreifer

Verletzungen und Todesfälle (z.B. Ersticken in einem Graben infolge panischem Übereinanderfallen oder Ertrinken in einem Gewässer) durch das Hetzen des Beutegreifers

Verlammungen durch den Biss der Beutegreifer und durch das Hetzen

Flurschäden nach dem Ausbruch aus dem Pferch oder der Koppel

Verkehrsunfälle nach dem Ausbruch (Beispiel: Zugunglück in Fulda)

Bei Todesfällen und Verlammungen, deren Entschädigung relativ unstrittig sein dürfte, empfehlen wir zur Wertermittlung der Tiere die Verwendung des Schätzrahmens für Schafe der Tierseuchenkasse des Landes Nordrhein-Westfalen. Für diese Schätzungen bietet sich an, die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer NRW, Referat Schafzucht, die bereits in mehreren Schätzkommissionen der Kreise vertreten sind, damit zu beauftragen.

Aus Erfahrung mit freilaufenden Hunden wissen wir, dass in vielen Fällen der Tierhalter die Schäden selbst tragen muss, weil der Hundehalter nicht zu ermitteln ist oder weil der Schafhalter die Ursache nicht zweifelsfrei beweisen kann. Dies darf beim Angriff durch Wölfe oder Luchse nicht passieren. Wir meinen, dass im Zweifel für den Schafhalter zu entscheiden ist, wenn als Ursache ein Wolfsangriff oder ein Angriff durch den Luchs vermutet werden kann.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat einen Fonds in Aussicht gestellt, aus dem Schäden durch Angriffe von Beutegreifern entschädigt werden sollen. Seit der Einrichtung der Arbeitsgruppe Wolf beim LANUV hat es einige Schäden durch Luchsübergriffe gegeben, Wolfsrisse sind in den letzten Jahren nicht festgestellt worden. Die eindeutig einem Luchsriss per DNA-Analyse zuzuschreibenden direkten Schäden an den Tieren sind wie versprochen entschädigt worden, es hat sich jedoch gezeigt, dass gemessen an dem Wert der entschädigten Tiere ein viel zu hoher Aufwand getrieben wurde und es damit zu einer unzumutbaren zeitlichen Verzögerung bis zur Auszahlung der Entschädigung gekommen ist. Der Schafzuchtverband NRW fordert daher, dass das Urteil der geschulten Wolfs- und Luchsberater als Grundlage der Entschädigung herangezogen und auf den wissenschaftlichen Nachweis in jedem Einzelfall verzichtet wird. Wir halten das derzeitige Verfahren für kontraproduktiv im Sinne einer Akzeptanz der Rückkehr von Beutegreifern bei den Nutztierhaltern.

4. Neben den o.g. direkten Schäden muss der Schafhalter nach einem Angriff durch einen Beutegreifer auch mit indirekten Folgeschäden rechnen. Dazu gehören:

Kosten der tierärztlichen Behandlung

Kosten der Tierkörperbeseitigung

Transportkosten verendeter und erkrankter Tiere

Erneuerung zerstörter Umzäunung

Zeitaufwand für Transport, Behandlung, tägliche medizinische Nachsorge verletzter Tiere

Kosten für den Schutz der Herde vor weiteren Angriffen durch die Beutegreifer (Anschaffung und Eingliederung von Tieren, die vor den Beutegreifern schützen können wie Herdenschutzhunde, Lamas, Esel; Spezialzäune) Wir denken, dass auch für diese indirekten Schäden und Kosten Finanzmittel vorgesehen werden müssen.

Die Erfahrungen in anderen Bundesländern zeigen, dass die Nutztierhalter bei der Wiederansiedlung von Beutegreifern bei den indirekten Folgeschäden bisher weitgehend allein gelassen werden. Nur wenn sich Wolfsrudel in einem Gebiet angesiedelt haben, gibt es Unterstützung in Form von Investitionskostenzuschüsse für Präventionsmaßnahmen wie Spezialzäune und Herdenschutzhunde. Für die anderen Folgekosten müssen die Nutztierhalter selbst aufkommen.

5. Hobbyschafhalter haften grundsätzlich für Schäden, die durch ihre Schafe hervorgerufen werden (Gefährdungshaftung). Berufsschäfer haften nur dann nicht, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht fahrlässig gehandelt haben. Dabei wird regelmäßig die Qualität der Umzäunung in Frage gestellt. Es muss nach unserer Auffassung sichergestellt werden, dass Schafhalter nicht an den Pranger gestellt werden, wenn ein Angriff eines Beutegreifers ursächlich für die durch Schafe verursachte Schäden sein kann. Es muss die Haftung in diesem Fall ausgeschlossen bzw. von der Gesellschaft übernommen werden, auch die Haftpflichtversicherung der Schafhalter darf nicht in Anspruch genommen werden müssen, da dies letztlich zur Erhöhung der Versicherungsprämien für alle Schafhalter und damit zu weiter steigenden Kosten führt.

Dieses Problem wie auch das Problem der Haftpflichtversicherung von speziellen Hunden, die zum Schutz der Schafherde vor Wölfen angeschafft werden, ist bisher für die Schafhalter nicht gelöst. Zwar werden derzeit Herdenschutzhunde noch von den Versicherungsgesellschaften versichert, inwieweit dies aber auch dann noch gewährleistet sein wird, wenn es vermehrt zu Haftpflichtschäden durch Herdenschutzhunde kommt, muss abgewartet werden.

6. Aus anderen Bundesländern wissen wir, dass Entschädigungen für Schäden aus Wolfsangriffen als Fördermittel deklariert werden, die der de-minimis-Regelung unterworfen sind, d.h. sie dürfen insgesamt über einen Zeitraum von 3 Jahren nicht höher als 7500 € sein. Dies gilt im landwirtschaftlichen Bereich für alle Fördermittel, die nicht bei der EU notifiziert sind. Dies muss unbedingt vermieden werden. Entschädigung kann keine Förderung sein, dies besagt schon der Begriff Entschädigung. Die Mittel, die hierfür zur Verfügung gestellt werden sollten genauso behandelt werden wie Mittel aus der Tierseuchenkasse im Seuchenfall.

Der Schafzuchtverband NRW bittet das Land Nordrhein-Westfalen sich bei der EU dafür einzusetzen, dass Regelungen geschaffen werden, dass Entschädigungen im Rahmen von Übergriffen von Beutegreifern von der de-minimis-Regelung ausgenommen werden.

Schafzüchtervereinigung Nordrhein-Westfalen
Ansprechpartner: Dr. Ernst Brüggemann (Geschäftsführer und Zuchtleiter)
Bleichstr. 41, 33102 Paderborn
Tel.: 05251-32561, Fax: 05251-34393,
E-Mail: schafzuchtverband@lwk.nrw.de
www.schafzucht-nrw.de

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


 

Am 25.August 2013 fand bei Familie Kemper in Lippstadt Mettinghausen das diesjährige Landeshüten statt, in diesem Jahr nach VDL-Hüteordnung: der Hüter oder sein Arbeitgeben müssen Mitglied im Landesschafzuchtverband sein, die Rasse der Hütehunde ist egal (es könnte also auch ein Schäferhund gegen einen Schafpudel antreten - normalerweise starten diese Rassen in getrennten Wettbewerben).
Die AAH-Landesgruppe NRW hatte wie immer die Organisation übernommen, gut unterstützt vom Landesschafzuchtverband NRW  - und von Petrus, der den Regen schnell noch in andere Gebiete verschob.
Betriebsleiter Heinz-Josef Kemper fungierte als Vorhüter und präsentierte eine gut eingehütete Herde auf prima vorbereiteten Gelände, das für die Zuschauer sehr gut einsehbar war.
In den Wettstreit traten fünf Hüter mit Hunden diverser Altdeutscher Schläge (Strobel, Pudel, Fuchs, Schwarzer) und zeigten allesamt eine gute Leistung -
die Hüterichter Rolf Lückhof und Helmut Reuter bewerteten das Geschehen wohlwollend und gerecht und vergaben am Ende folgende Punktzahlen (115 Punkte sind für Hüter, Haupt- und Beihund und deren Zusammenarbeit nach vielen einzelnen Kriterien berechnet maximal erreichbar):

Platz 5: Tobias Kemper mit Haupthund Collin und Beihund Asta, zwei noch sehr jungen Tieren: 85 Punkte.

4.Platz: Josef Uhlen mit 91,1 Punkten (Asta/Max), hauchdünn hinter dem

3.Platz: Maik Randolph mit 91,2  Punkten (Krähe/ Käuzchen)

2.Platz: André Schwendel mit 99,95 Punkten (Cora/Luna)

Sieger und damit Vertreter von NRW beim Bundesleistungshüten in Storkow- Rieplos (Brandenburg) am 7./8. September wurde

Ralf Bauer mit Polly und Fix und 106,27 Punkten.

Diverse Aussteller und ein sehr interessiertes Publikum vervollständigten eine erfolgreiche Hüteveranstaltung.
Ein Dankeschön an Richter und Hüteteams, Familie Kemper und alle Aktiven aus AAH und Schafzuchtverband

Weiteres und Fotogalerien unter:  www.a-a-h-nrw.info


mit den Augen des Richters: stehen alle korrekt im engen Gehüt?
Sieger des Landeshütens NRW 2013: Ralf Bauer

 


Zum 1. Stammtisch am 18.September 2013 waren alle wo und wie auch immer organisierten Berufsschäfer Nordrhein-Westfalens  eingeladen

Neben Berichten über den aktuellen Stand  der Diskussion zur GAP-Reform - von Fläche bis Zahlungsanspruch - ging es um die Reform der Berufsgenossenschaft, die Weidetierprämie und weitere andere wichtige Themen.
Zuviel von dem, was uns auf den Nägeln brennt, ist noch zu unklar -
um so schöner, dass viele Berufsschäfer die Möglichkeit genutzt haben, sich in zwangloser Runde auszutauschen und mal mit diesem, mal mit jenem zu reden.

Wie zu ersehen, war dies der erste Stammtisch - nach den positiven Reaktionen wird es einen zweiten Stammtisch geben, zu dem rechtzeitig eingeladen werden wird...

In angenehmer Atmosphäre plaudern, neue Informationen erhalten und Missverständnisse abbauen -  auf diese Weise aktiv sein zu können, ohne warten zu müssen, was als Nächstes auf die Menschen zukommt, ist sicher ein guter Schritt auf unserem oft sehr steinigen Weg


 
 

Bei strahlendem Sonnenschein fand am Wochenende 7./8.9. in Storkow Rieplos (Brandenburg) das spannende VDL-Bundeshüten 2013 statt.
Das hervorragend einsehbare Gelände der Landprodukte e.G. Markgafpieske in Zusammenarbeit mit dem Agrarunternehmen BERHOF e.G. und die von Mathias Zalenga gut eingehütete, flinke Mutterschafherde boten die passenden Voraussetzungen für einen Wetttstreit auf hohem Niveau.
Die Richter Scheld, Wuttge und Lückhof kamen zu folgendem Ergebnis:

Die Goldene Schippe 2013 sowie der Wanderpokal der VDL gehen an:

Platz 1 (Los 1) : Sven Holland mit Haupthund Rüpel (Mitteldeutsche Gelbbacke) und Beihund Maus (Mitteldeutsche Gelbbacke); 102,3 Punkte -
von den Richtern  extra noch einmal als bester Hüter hervorgehoben

Platz 2 (Los 10): Rico Nöller aus Mecklenburg-Vorpommern mit Haupthund Max (Mitteldeutscher Schwarzer) und Beihund Biene (Mitteldeutsche Schwarze); 101,9 Punkte-
dessen Haupthund die Richter als den besten bewerteten

Platz 3 (Los 3): Herbert Kind aus Thüringen mit Haupthund Olivia und Beihund Inka; 97, 4 Punkte

Platz 4 (Los 6): Peter Knauth, ebenfalls Thüringen mit Haupthund Blitz (Mitteldeutscher Fuchs) und Beihund Jac (Mitteldeutscher Fuchs); 95,7 Punkte

Platz 5 (Los 4): Martin Winz aus Sachsen-Anhalt mit Haupthund Atze (Mitteldeutsche Gelbbacke) und Beihund Lump (Mitteldeutsche Gelbbacke); 95,0 Punkte-
Lump bekam die höchste Bewertung aller gezeigten Beihunde

Platz 6 (Los 8): Frank Meyenberg aus Hessen mit Haupthund Wolle (Mitteldeutsche Gelbbacke) und Beihund Kasper (Mitteldeutsche Gelbbacke); 94,4 Punkte

Platz 7 (Los 5): Ralf Bauer aus NRW mit Haupthund Polly (Strobel) und Beihund Fix (Schafpudel); 87,3 Punkte

Platz 8 (Los 7): Gerd Jahnke aus Niedersachsen mit Haupthund Fax (Deutscher Schäferhund) und Beihund Canto (Deutscher Schäferhund); 84,7 Punkte
 
Platz 9 (Los 9): Klaus Beggel aus Sachsen mit Haupthund Asko (Schwarzes Stockhaar) und Beihund Mohr (Schwarzes Stockhaar); 82,3 Punkte

Platz 10 (Los 2): Thomas Bruder aus Bayern mit Haupthund Mücke (Deutscher Schäferhund) und Beihund Ella (Deutscher Schäferhund); 73,2 Punkte

"Deutscher Zaunkönig" im Netze-Stellen wurde Marcel Franke, der seinen eigenen bisherigen Rekord noch unterbot.
Das Rahmenprogramm war vielfältig und unterhaltsam; u.a. wurden
neben der Präsentation von Schaf- und Ziegenrassen, der Schafschur und Wollverarbeitung, einer Ausstellung zur Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen verschieden Hütevorführungen mit Border Collies gezeigt, Begleitmusik mit Life-Band, ein buntes Kinderprogramm, Pferde, Kutschfahrten, diverse Tiere und viele Stände rund ums Schaf und seine Nebenbereiche rundeten das Bild einer gelungenen Veranstaltung ab.

Der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, bedankte sich launig bei allen Helfern, von denen er exemplarisch etliche auf dieBühne holte, bevor es an Siegerehrung und Preisverteilung ging.
Die Vorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Ortrun Humpert, überreichte NRW-Hüter Ralf Bauer einen Landespreis -
ihm und allen Teilnehmern des Bundeshütens von dieser Stelle aus nochmals herzliche Glückwünsche

"Na, meinst Du, es kommen noch welche zurück - oder wollen wir jetzt auch über die Brücke gehen"

die beiden Hütehunde des Schäfers Klaus Beggel aus Sachsen beim Bundeshüten in Rieplos

Besuchen Sie die
5. Bundesschau Landschafe  
vom 24.-25.01.2014 in Berlin!

Die Bundeschau Landschafe fand wie alle vier Jahre
im Rahmen der

Internationalen Grünen Woche (17.-26.01.2014)

im großen Ring in Halle 25 des Messegeländes

vom 24.-25.01.2014

statt und präsentierte über 400 beste Zuchttiere unserer heimischen Landschafrassen, die miteinander in  Wettbewerb traten.

 

                  

           http://www.schafplanet.de/brova/cartoons/cartoons.html

 

 

 

 Skuddenzuchtbock "Indigo"
aus der Schäferei Humpert vertrat  mit dreizehn weiblichen Tieren in vier Farbschlägen die Skudden als Vertreter des Themas "Küstenrasse" in der Großen Demonstrationsbox der Dauerausstellung -
direkt am VDL-Stand


Allmählich ist Ruhe eingekehrt; alle Schafe sind wieder an ihrem gewohnten Ort, und nur die bunte Skuddenherde aus der Dauerausstellung scheint nach zehn Tagen Trubel mitten im Besucherstrom der Grünen Woche etwas Sehnsucht nach Publikum zu haben.
Die 5.Bundesschau Landschafe mit bester Stimmung und hoffentlich weitreichender Wirkung hinsichtlich der Vielfalt und Leistung der Schafzucht war sehr erfolgreich - auch für die Züchter aus NRW -  und auch für die Schäferei Humpert aus Löwendorf, die mit zwei Klassen - und BundesReservesiegern, einem Wollsieger, einem Bundessieger sowie Anteil an der Verbandssiegersammlung  heimkehrte.
Nun heißt es: warten auf die Lämmer (hat noch Zeit) - und auf ein neues, arbeitsreiches Jahr, das weniger dem Preise Sammeln dient als der Bewahrung und Wiederherstellung schützenswerter Teile unseres "KulturlandKreis Höxter".
Verbandssammlung NRW Weiße Hornlose Heidschnucke, Foto: Barkhausen

Nur Ergebnisse aus NRW –

alle weiteren Angaben finden Sie auf den Internetseiten Ihrer Landesschafzuchtverbände sowie demnächst in der "Schafzucht"

Bundeschampion weiblich


201 Becker NW


Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 9 c w BMEL gold

 

Regionenchampion


201 Becker NW
Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 9 c w

 

Bundessieger

 

4 Ebert NW Gotländisches Pelzschaf Nord‐ und Küstenrassen 1 a w VDL‐Plakette

 

129 Ebert NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 6 a m DBV‐Plakette

 

201 Becker NW Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 9 c w

 

208 Humpert NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 10 a m DBV‐Plakette

 

216 Deter NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 11 a w DBV‐Plakette

 

Wollsieger

 

141 Holtkamp NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 6 c m VDL‐Plakette

 

213 Humpert NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 11 a w VDL‐Plakette

 

Klassensieger

 

4 Ebert NW Gotländisches Pelzschaf Nord‐ und Küstenrassen 1 a w

 

71 Turck NW Rauhwolliges Pommersches Landschaf Nord‐ und Küstenrassen 3 h w

 

78 Humpert NW Skudde Nord‐ und Küstenrassen 4 b m

 

135 Holtkamp NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 6 b m

 

138 Flötotto NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 6 c m

 

159 Holtkamp NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 7 b w

 

163 Flötotto NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 7 c w

 

171 Ebert NW Bentheimer Landschaf Heide‐ und Moorrassen 7 e w

 

177 Adams NW Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 8 a m

 

201 Becker NW Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 9 c w

 

202 Adams NW Heidschnucke ‐ Graue Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 9 d w

 

208 Humpert NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 10 a m

 

216 Deter NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 11 a w

 

222 Deter NW Heidschnucke ‐ Weiße Gehörnte Heide‐ und Moorrassen 11 c w

 

230 Havermeier NW Heidschnucke ‐ Weiße Hornlose Heide‐ und Moorrassen 12 b m

 

240 Humpert NW Heidschnucke ‐ Weiße Hornlose Heide‐ und Moorrassen 13 b w

 

248 Havermeier NW Heidschnucke ‐ Weiße Hornlose Heide‐ und Moorrassen 13 d w

 

330 Hanne NW Bergschaf ‐ braun Alpine Rassen 21 b w

 

352 Schmücker NW Tiroler Bergschaf Alpine Rassen 25 a w

 

Bundessieger Besitzersammlungen


Graue Gehörnte

Heidschnucke 186,201,204 Becker

Nordrhein-

Westfalen Reserve-Bundessieger VDL-Plakette

 

Weiße gehörnte

Heidschnucke 211,225,221 Deter

Nordrhein-

Westfalen Reserve-Bundessieger VDL-Plakette

 

Bentheimer Landschaf 138,162,163 Flötotto

Nordrhein-

Westfalen

 

Graue Gehörnte

Heidschnucke 177,192,193 Adams

Nordrhein-

Westfalen Bundessieger DBV-Plakette

 

Rauhwolliges

Pommersches

Landschaf 18,44,71 Turck

Nordrhein-

Westfalen Bundessieger DBV-Plakette

 

Bundesieger Verbandssammlungen

 

Bentheimer Landschaf

132,143,148,158,166,173 Weser-Ems Bundessieger "gegen"

129,140,162,163,170,171 Nordrhein-

Westfalen Reserve-Bundessieger

 

Weiße Hornlose Heidschnucke

230,231,235,240,246,252 Nordrhein-

Westfalen Bundessieger "gegen

227,229,234,238,245,251 Niedersachsen Reserve-Bundessieger


Danke für dies Wolfsgesicht an: Templermeister/pixelio

Im Wald und auf der Weide –

was tun, wenn der Wolf kommt?

Der Wolf kommt!
Irgendwann auch nach Nordrhein-Westfalen. Eigentlich war er schon da.
Nach seiner Ausrottung vor über 170 Jahren erlaubte sich ein Wolf aus dem nordhessischen Reinhardswald einen heimlichen Besuch im Kreis Höxter. Das war im November 2009. Der Wolf kam nachts und riss ein Schaf. Seitdem sind die Schafhalter in Ostwestfalen in Sorge um ihre Herden.
Denn der Wolf als Raubtier frisst neben Wildtieren im Wald auch Schafe auf der Weide.
Die stetige Ausbreitung der ostdeutschen Wolfspopulation nach Westen ist ein Erfolg für den Natur- und Artenschutz und die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür.
Wenn der Wolf als wilder Nachbar aber genau dort anklopft, entstehen plötzlich viele Fragen. Fragen zur sicheren Schafhaltung und zum Schutz der Haustiere insgesamt. Fragen zum Einfluss des Wolfes auf das Wild und Fragen zu möglichen Gefahren für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Denn gerade im bevölkerungsreichen NRW muss das Miteinander von Menschen und Wölfen geregelt werden.

Der Workshop des Schafzuchtverbandes und der Forstleute von Wald und Holz NRW richtet sich insbesondere an Schafhalterinnen und Schafhalter, die sich für den Wolf bereits vor seiner Rückkehr interessieren, um ihre Tiere später effektiv schützen zu können. Die Wolfs- und Schafsexperten aus Brandenburg und Sachsen informieren aber auch Fachleute aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagd über den Umgang mit dem streng geschützten Wolf. Denn in Nordrhein-Westfalen haben weder Wild noch Schaf noch Mensch Erfahrungen mit dem scheuen Raubtier.

Das war im Osten Deutschlands vor 15 Jahren auch so.
Dann kam der Wolf zurück aus Polen, und ein mittlerweile etabliertes und weitgehend funktionierendes „Management“ von Wolf, Schaf und Mensch wurde entwickelt.

Was also tun, wenn der Wolf kommt? Der Workshop möchte zur Vorbereitung auf die zu erwartende Rückkehr des Wolfes nach NRW beitragen.

 

Im Wald und auf der Weide – was tun, wenn der Wolf kommt?

          Workshop des Schafzuchtverbandes NRW

und von Wald und Holz NRW zur potenziellen

Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen


Dienstag, 11. Februar 2014

13.30 bis 17.00 Uhr

Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald

 

Veranstalter

Schafzuchtverband NRW und Wald und Holz NRW

Veranstaltungsort

Wald und Holz NRW

Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald

Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit

und Forsttechnik NRW

Alter Holzweg 93

59755 Arnsberg

Telefon: 02931 7866-300

www.wald-und-holz.nrw.de/fbz

Kosten:   Teilnahmegebühren werden nicht erhoben.

 

Anmeldung erbeten beim

Schafzuchtverband NRW per E-Mail unter schafzuchtverband@lwk.nrw.de oder telefonisch unter 05251 32561

Fachliche Rückfragen

Schafzuchtverband, Dr. Ernst Brüggemann  Telefon: 05251 32561

Wald und Holz NRW, Jan Preller  Telefon: 05252 9330019

 

Programm:

13.30 Uhr Begrüßung/Einführung in das Thema

Ortrun Humpert, Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW

13.45 Uhr Vorbereiten auf den Wolf in NRW

Andreas Wiebe, Leiter Wald und Holz NRW

14.00 Uhr Die Rolle des Wolfes im Naturhaushalt

Markus Bathen, NABU-Wolfsbeauftragter

im Anschluss: Fragen und Diskussion

14.45 Uhr Kaffeepause

15.15 Uhr Entwicklung des Wolfsmanagements in Sachsen

Bernd Dankert, Fachreferent Wolfmanagement des Sächsischen Staatsministeriumsfür Umwelt und Landwirtschaft

im Anschluss: Fragen und Diskussion

16.00 Uhr Einsatz von Herdenschutzhunden

Knut Kucznik und Frank Hahnel, Schäfermeister Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg/AG Herdenschutzhunde

im Anschluss: Fragen und Diskussion

16.45 Uhr Schlusswort

Ortrun Humpert, Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW

17.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation: Michael Blaschke,

Pressesprecher Wald und Holz NRW

 

Impressum

Herausgeber
Wald und Holz NRW
Albrecht-Thaer-Straße 34 48147 Münster Telefon: 0251 91797-0 Telefax: 0251 91797-100
E-Mail:
info@wald-und-holz.nrw.de  Internet: www.wald-und-holz.nrw.de

Bildnachweis
Peter Cairns, Blickwinkel (Titel)
Schafzuchtverband NRW
Wald und Holz NRW, Jan Preller

Gestaltung
dot.blue – communication & design
www.dbcd.de

Stand Januar 2014




 

Am Donnerstag, 26. März 2015 fand im

Waldinformationszentrum Hammerhof in Warburg (Kreis Höxter, NRW) unter dem Titel

"Wie wild ist OWL? - Ein Nachmittag über Wölfe, Luchse und - Menschen" 

eine von vielen sehr guten Veranstaltungen zum Thema statt, mit

- Ulrich Wotschikowsky (Wildbiologe, Jäger, Wolfsexperte)

- Frank Faß (Wolfsberater und Jäger aus Niedersachsen, Inhaber des Wolfcenters Dörverden)

- Dr. Micha Herdtfelder (Luchsspezialist, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Abt. Waldnaturschutz)

Wie beim Workshop im vergangenen Jahr („Was tun, wenn der Wolf kommt?“) ging es wieder um Fragen der Biologie und der Funktion von Luchs und Wolf in der Natur bzw. das Miteinander mit dem Menschen.

Anders als bei der Veranstaltung zum Wolfsmanangement und Herdenschutz 2014 beleuchtete der diesjährige Workshop vornehmlich Themen aus dem Bereich Wald – Wildbiologie/ Jagd.

Details zur Veranstaltung unter www.wald.nrw.de bzw. www.wolf.nrw.de.

In Korbach gab es ein Expertenforum, initiiert von Firma Horizont -

die Vorträge stehen hoffentlich irgendwann auch der Allgemeinheit zur Verfügung. Sicher aber das Wissen vieler Menschen, die auch in der Zaunentwicklung und weit darüber hinaus vernetzt arbeiten, bei vielen anderen Firmen ebenfalls und an mehr Plätzen, als wir glauben.

Begonnen hat die Reihe in diesem Jahr mit der prima Veranstaltung der Schäferei Stücke, deren ernüchterndes Fazit durch einen klasse Hofladen ein bißchen ausgeglichen werden konnte...Vielerorts fanden und finden große und kleine Veranstaltungen statt, vielfach auf Betreiben der Schafhalter und Schäfer vor Ort, die sich als erste, vermutlich Hauptbetroffene mit dem Thema  auseinandersetzen -

je mehr Informationen wir haben, desto mehr Wahrheit und Fakten kann endlich mal darin stecken -

je mehr wir miteinander reden, desto weniger kann sich jemand aus der Verantwortung ziehen, er habe nichts gewusst-

desto besser können wir die Verbindungen schaffen, die es schon längst geben müsste.

Hierzu aus/für NRW ein Anstoß zum Nachdenken:
http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/wolf-nrw-100.html

 


 

 

Unter Beteiligung von Wald-und-Holz und Mitwirkung vom Schafzuchtverband NRW fanden die

Wolfswochen vom 12. - 26. April 2015 statt im
NABU Besucherzentrum Moorhus -

auch hier ist es wichtig, dass wir uns einmischen - unaufgeregt die andere Seite der Medaille zeigen.

Das kostet Zeit, bringt aber viel Verständnis und neue Verbündete im Einsatz für ein funktionierendes Ganzes, bei dem keiner mehr wert ist als ein anderer


 

Das ist Nachwuchsförderung vom Feinsten!

Am 21.und 22. 8. fand in Wüsting (Oldenburg, Weser-Ems; Niedersachsen) die erste Jungzüchtermeisterschaft Deutschlands statt.

Den Impuls gab die 1. JZM in Innsbruck - umgesetzt auf Betreiben von Heiko Schmidt aus Weser-Ems für Deutschland die laut Tiroler Aussage noch verfeinerte Variante (die Erstinitiatoren müssen es wissen).
Grossartige Kandidaten in drei Altersklassen mussten ihr Wissen als einzelne und als Mannschaft unter Beweis stellen - und haben es toll gemeistert.
Einzelsiegerin Valerie (Gruppe Masters) aus Baden- Württemberg wurde auch Gesamtsiegerin, gefolgt von Jan Ole (Junioren), Weser-Ems, als Zweitbestem der Gesamtwertung. Die beste Gruppe bei den ältesten Teilnehmern kam aus Weser-Ems, bei den Kinderteams wie im Einzelwettbewerb siegte ebenfalls eine Gruppe aus Weser-Ems. Die Siegermannschaft bei den Junioren kam aus Bayern, der Einzelsieger aus Weser-Ems. Den zweiten Platz bei den Kindermannschaften erreichte die internationale Gruppe, gebildet mit Teilnehmern aus Tirol, Bayern und Brandenburg.
Über die gesamte Meisterschaft, die in die LandTageNord eingebettet war, zeigte sich extem viel Kompetenz, Freude und Miteinander unter allen Teilnehmern und auch bei den vielen Helfern- und die einzige unbeantwortete Frage heißt (noch): wo findet die nächste Deutsche Jungzüchtermeisterschaft statt?
Denn dass sie stattfinden muss, steht außer Frage!

 

 


Herdenschutztag 30.11.2016 - Berthelsdorf- Herdenschutz vor dem Wolf

 

Nach durchaus zwiespältiger Einleitung durch den Vorsitzenden des sächsischen Schaf-und Ziegenzuchtverbandes Detlef Rohrmann - „wir in Sachsen sind die Hochburg der Wölfe“ - begrüßt der Vorsitzende des AK Beutegreifer, Hubertus Dissen, die etwa 180 Besucher und wünscht Verzicht auf Grundsatzdiskussionen, stattdessen neue Einsichten.
Moderator Bernd Dankert (SMUL) stellt fest, dass die Tierhalter im Gegensatz zu anderen tatsächlich von der Rückkehr großer Beutegreifer betroffen sind. Sachsen sei am längsten im Thema; der Schafzuchtverband sei immer Partner gewesen.
Die föderale Struktur verhindere vieles Wichtige, das sei nicht befriedigend.

Michaela Skuban vom Großräuber-Projekt in der Slowakei hält einen sehr umfassenden Vortrag über ein kleines Land, in dem es seit jeher viel Wolf, Bär und Luchs gäbe. Die Biologin untersucht die Wechselwirkungen zwischen Viehhaltung und Prädatoren. Schafzucht sei möglich, aber nicht unproblematisch. Der Luchs sei unproblematisch. Probleme mit freilaufenden Hunden gäbe es nicht, da diese ab 200 Metern vom Haus entfernt geschossen werden dürfen.

Schafzucht sei in der Slowakei essentiell- traditionell würden überall Schafprodukte genutzt. Gleichzeitig habe man immer mit Wölfen zu tun gehabt. Schafzucht- und Wolfsgebiet überlappen sich. Der Wolf breite sich aus.

Bär und Wolf sind fest in der Mythologie der Slowakei verankert. Die Schäfer wüssten genau, welcher Bär für die Schafe gefährlich ist und welcher in der Nähe geduldet wird, weil er nicht jagt.

Der Wolf ist auf Fleisch angewiesen- ein Rudel kann mit einem einzelnen Reh nicht weit kommen, für dessen Erlegung auch noch viel Energie verbraucht wird. Der Energieverbrauch sei der Schlüssel zum Verständnis des Jagdverhaltens. Eine Gruppe, die sich versammelt und dann zerstreut, erschwert die Orientierung. Schafe bleiben zusammen- und der Wolf in der Nähe, um wiederzukommen.
Der Wolf im Rudel ist Teamplayer und jagt ähnlich den Gesellschaftsjagden der Menschen. Er stellt sich sehr schnell auf neue Situationen ein, denn wer sich nicht schnell anpasst, verhungert. Nur jede 30. bis 40. Jagd sei erfolgreich.

Bei Übergriffen müsse sofort nach Schwachstellen in der Einfriedigung gesucht werden- Räuber hätten viel mehr Zeit zum Aufspüren menschlicher Fehler.

Weil das Beutetier nicht in Ruhe auf den Angriff warte, sei der Reiz immer neu. Das Wort „Blutrausch“ bezeichne es deswegen nicht korrekt; es handele sich eher um eine Reizkette, die einmal begonnen, automatisch ablaufe.

Eine Zeitlang habe man jedes tote Tier dem Wolf untergeschoben; die Kompensation sei in Ordnung gewesen- mit Einführung neuer Kontrollen sei das Entschädigungssystem sehr kompliziert geworden, zudem habe man wenig Zeit und keine Lust auf Kontrollen, also werde wenig gemeldet: der Aufwand lohne nicht.
Mittlerweile hätten die Forscher das Vertrauen der Schäfer gewonnen. Finanzielle und emotionale Verluste wurden erstmals ernstgenommen. Ein großes Projekt mit Besenderung der Wölfe plane, weiter auf die Schäfer zuzugehen. Leistung und Qualität werden mit eingerechnet bei der Kompensation. Inzwischen laufe die Rissbegutachtung über professionelle staatliche Naturschutzbehörden ohne Ideologie.

Prävention wird in der Slowakei nicht bezahlt. Im Risikogebiet weiß man von seinen Nachbarn. Bei Kompensationsanspruch wird der Grundschutz kontrolliert: Hunde, Zaun, menschliche Beschützer. Aufgrund des geringen Einkommens in der Schafhaltung habe man Tagelöhner eingestellt, die sehr unzureichend gearbeitet hätten.

Herdenschutzhunde haben man angeleint aus Angst vor deren Aggression- darauf reagierten sie extrem ruhig oder extrem wild. Angeleinte Tiere jedweder Art werden leicht von Wölfen gerissen. Mittlerweile sind die Hunde frei für ihren ursprünglichen Arbeitseinsatz. Wer gut arbeitet, wird verpaart, unabhängig von einer Rassenzugehörigkeit. Ähnliche Umgebungsparameter schaffen ähnliche Hunde.

Zu einheimischen Hunden wurden Hunde aus Russland und Turkmenistan eingeführt. Eine Gebrauchsprüfung gäbe es nicht. Die Hunde seien weich und gut zu trainieren, also auch zu gezielter Aggression zu bringen. Die Herdenschutzhunde würden nicht aus dem Arbeitsdienst entfernt. Es seien immer viele Hunde im Einsatz (ein Hund pro Wolf). Sind die Schafe frei, ist der Mensch dabei- sind sie im Pferch, laufen die Hunde außen herum.

Direkte körperliche Auseinandersetzungen zwischen Hund und Wolf seien selten – im Zweifel setzten die Hunde dem Wolf nach (und dieser werde auch schon mal als wildernder Hund erschossen).

(Wehrhaftere) Kühe laufen in der Slowakei frei herum, Schafe nicht (dies sei tierschutzwidrig).

„Der Freizeitsportler ist der größte Feind des Naturschutzes“- so ist beispielsweise der Mountainbiker für den Hund schwer zu sehen, und der Schäfer kann nicht früh genug einwirken.

Scheue Schafe würden in kleinen Gruppen peu à peu an die Hunde gewöhnt. Schafe seien anhänglich, aber auch lästig- insofern hätten die Hunde Ruhezonen zum Fressen; dies diene der Konfliktreduzierung.

Fleisch und Milchproduktion erforderten ruhige Herdenschutzhunde, die die Schafe nicht stressen.

Die Empfehlungen der Großstadt-Experten seien mit kostenlosem Rat und selbst mit Finanzierung von Futter für HSH nicht überzeugend gewesen- wohl aber, dass es bei den Schäferkollegen funktioniert habe.

Schäfer arbeiteten für umgerechnet 1 € Stundenlohn - ein Herdenschutzhund ist sehr teuer mit ab 500,-€ (dies wird später noch einmal thematisiert, als aus dem Publikum die Frage kommt, wieso in Deutschland HSH so teuer sind. Frau Skuban ist irritiert über die hohen Sicherheitsanforderungen an die Haltung in Deutschland, die Haftungsrisiken etc.- und erklärt, dass im Verhältnis ein Familieneinkommen im Monat bei 500 bis 600 € liege. Die Hunde würden mit Hafer und Molke ernährt. (Was die Preise deutlich relativiert, selbst wenn man dort nicht geforderte Versicherungen, Steuern und Prüfungen außer Acht lässt)).            

Nicht alle Schäfer seien für Hunde geeignet. Herdenschutzhunde kämen mit wechselndem Personal nicht zurecht.

Bei stationärer Haltung investiere man zusätzlich in den Zaun; sei man nahe am Wohnort unterwegs, kämen die Schafe mit nach Hause.

Im Falle von Verlusten würden von Staatsseite Elektronetze zur Verfügung gestellt. Nachtwachen müssten selbst bezahlt werden.

Ab Juli sei mit mehr Rissen zu rechnen (Nachwuchs, größerer Energiebedarf). Zu der Zeit seien Hirsche gut in Form, Kitze ohne Geruch- Schafe bieten sich an. Wenn mit mehr Angriffen zu rechnen sei, werde aufgerüstet. Der Wolf jage vermehrt auch am Tage, darauf müsse man sich einstellen.

Die meisten Wölfe jagten in Rudeln. Seien sie hungrig, wären 90er Zäune keine Barriere. Alle Zäune seien zu niedrig- Frau Skuban empfiehlt 1,80 Meter hohe Zäune.

Bei gehaltenen 380000 Schafen und 35000 Ziegen gebe es rund 300 Risse pro Jahr.

Man gehe von 300 bis 400 Wölfen aus (die Jäger sagten, zehnmal so viel- die Reviere seien klein, und jeder zählte und meldete).

In offener Jagd würden 70 Wölfe geschossen (ein Wolf pro 10000 ha darf geschossen werden, mehr sei möglich, aber eher eine psychologische Maßnahme).

Bei Überbejagung schnellten die Nutztierrisse hoch- ein funktionierendes Rudel könne effizient jagen. Würde die Gruppe dezimiert, müssten sich die Verbleibenden auf einfach zu erbeutende Tiere konzentrieren.

Wolfsmonitoring und Management müssten verbessert werden. Die Menschen, die die Zeche zahlten, seien in Projekte zu involvieren. Verluste müssten reduziert werden- ganz vermeiden ließen sie sich nicht.

 

Jean-Marc Landry, in der Schweiz und Frankreich auf der Fährte der Wölfe, gleichzeitig aktiv in Sachen Herdenschutz, stellt gleich zu Anfang heraus, dass der, der Fragen stellt, Antworten findet, aber auch jede Menge neuer Fragen. So sieht er seine Arbeit als Biologe und lässt uns an Projekten und Beobachtungen teilhaben unter dem Motto: „wir haben keine Ahnung, nur Meinungen“.

Alle Herden im Süden Frankreichs seien in irgendeiner Form geschützt- dennoch gebe es viele Schäden. Im Bereich des vorgestellten Forschungsprojektes seien im vergangenen Jahr 1500 Schafe getötet worden, in ganz Frankreich über 9000.

Die Herden seien groß. In den warmen Gebieten weideten sie auch nachts, teils allein, teils mit Hirten.

Per Infrarotkamera werde seit vier Jahren untersucht, welche Aktivitäten von den einzelnen Tiergruppen ausgingen, um so neue Ideen zum Schutz der Herden zu entwickeln, beispielsweise, was die Zusammenstellung von Hundegruppen angehe. Es geht um die Interaktion zwischen einzelnen Tieren sowie Rudeln und innerhalb verschiedener Reviere.
In 250 Nächten habe man in jeder dritten bis vierten Nacht Wölfe beobachten können. Meist käme ein Einzeltier, sehr selten ganze Rudel.

Läufige Hündinnen stellten in der Almwirtschaft ein Problem dar, das ein bis zweimal im Jahr große Schwierigkeiten brächte- allerdings habe man in diesen Zeiten keine Wolfsangriffe beobachten können- wofür es bislang keine Erklärung gebe.

Herdenschutzhunde bellten nur nahe an der Herde, nicht bei der Verfolgung des Wolfes. Bei Anwesenheit des Hirten hielten sie sich insgesamt zurück. (das ist eine auch andernorts gemachte Erfahrung). Sie arbeiteten frei oder außen vor dem Zaun. (Aus dem Publikum kommt der Hinweis, dass dies auf Deutschland nicht übertragbar sei).

Wo viele Touristen auftauchten, brauche man freundliche Hunde. Gleichzeitig sollten sie Raubtiere jagen. Viele Wölfe hätten zu wenig Angst vor Herdenschutzhunden. Allerdings läge das auch mit an der Zucht, in der zuviel Geschäftemacherei vorherrsche- gute Hunde, aber blöde Züchter.

Gegen Diebe konditionierte Hunde seien unfreundlicher gegen Touristen- insgesamt allerdings seien HSH nicht gefährlicher als andere Hunde auch.

Man müsse auf genug Aggressivität gegen Beutegreifer (nicht gegen Menschen!) achten; die Hunde müssten hierfür motiviert sein.

In Spanien setze man auf aggressive Rinder gegen Wölfe- überall benötige man eine entsprechende Selektion, bei HSH wie bei Nutztieren. Hier helfe es nicht, zu glauben, man müsse forschen – in dieselbe Richtung arbeiten und die Erfahrungen weitergeben.

Auf die eingeworfene Frage, ob tote Schafe in den großen Gebieten Wölfe nicht zusätzlich anlockten, erwidert Landry, die Wölfe seien permanent da. Wenn sie könnten, fräßen sie das tote Schaf. Sei dieses von Hunden geschützt, käme es zu einem Angriff. Insofern verhindere das Liegenlassen toter Schafe Angriffe auf die Herden (hierzu kam kein Kommentar aus der bürokratieerfahrenen Zuhörerschaft…).

Herdenschutzhunde seien auch Raubtiere. Sie fräßen auch tote Schafe, wenn diese vom Schäfer angeschnitten, also erlaubt seien. Allerdings blieben sie dann beim Kadaver und achteten nicht auf die Herde.

Pro Herde würden mindestens zwei Herdenschutzhunde eingesetzt., abhängig von Herdengröße und Qualität der Hunde. In der Schweiz gebe es Prüfungen für die Hunde, in Frankreich noch nicht.

Hund und Wolf träfen Tag und Nacht aufeinander. Das setze die Herden unter einen starken Druck- ebenso die Hunde, die die ganze Nacht arbeiteten.

Wölfe seien verschiedene Persönlichkeiten, und auch jedes Rudel verhalte sich anders.

Manchmal ginge Wölfe einfach vorbei an den Herden (und jagten Rehe).

Manchmal gingen Hunde und Wölfe tolerant miteinander um. Die Herdenschutzhunde wüssten, wann welcher Wolf für die Herde gefährlich wäre.

Manchmal werde auch miteinander gespielt.

Manch Hunde fürchten auch in der Gruppe einen einzelnen Wolf.

Alle diese Dinge sind in Videos festgehalten, von denen wir etliche zu sehen bekommen- wodurch tatsächlich immer mehr neuen Fragen auftauchen.

Die Wölfe gingen sehr nah an die Herden und fürchteten die Forscher nicht.

Sie beobachteten genau und merkten sich beispielsweise die Fütterungszeit der Herdenschutzhunde

Bei Angriffen beruhigten sich große Herden nach etwa fünf Minuten wieder, während kleine in Panik gerieten. Oft verursachten die Hütehunde mehr Stress als der Wolf.

Hat der Hirte einen Jagdschein, dürfe er den Wolf töten, wenn dieser sich an die Herde begebe. Wenn der Wolf komme, liege das Gewehr allerdings meist in der Hütte. Pro Jahr würden drei bis vier Wölfe durch Hirten getötet. Professionelle Jäger seien zumeist nicht vor Ort.

Bei kleinen Herden brauche man andere Konzepte.

In Frankreich würden Zäune selten übersprungen.
Kämen die Jungwölfe an einen bestromten Zaun, merkten sie sich das – und ließen sich dann auch von nicht bestromten Netzen abhalten.
Unter einer Litzenhöhe von 35 cm über dem Boden gingen Wölfe hindurch, unter 25 cm nicht.
Teils kämen sie nach Misserfolgen wieder.
Blieben die Jungwölfe während der Jagd der Eltern allein, machten sie Unfug

Wölfe lebten in ganz Europa- relativ viele Informationen habe man über Frankreich, die Schweiz, Italien und Rumänien.

Es wird angemerkt, dass in Deutschland nur der Wolf gezählt wird- die Teilnehmer sind sich einig, dass wir hier mehr Forschung benötigen, vor allem, um herauszubekommen, was bei uns zum Herdenschutz funktioniert.

 

Knut Kucznik vertritt die erkrankte Linda Scholz, Zuchtleiterin der AG HSH, und betont gleich zu Anfang, beim der Antwort dieser Arbeitsgemeinschaft zum Thema Herdenschutz handele es sich um ein Angebot, nicht um eine Monopollösung für Deutschland…

Er beschreibt die Entstehungsgeschichte der Arbeitsgemeinschaft, die sich aus sieben Praktikern gegründet habe, als das Land Brandenburg einen Ansprechpartner in Sachen Herdenschutzhunde gesucht habe. Nach fünf Jahren beginne diese Zusammenarbeit allmählich.

Bei der Suche nach dem „Brandenburger Herdenschutzhund“ habe es viele Probleme gegeben, und so sei man von vielfältigen Rassen zu Maremmano Abruzzese und Pyrenäen Berghund gekommen, die zwar ein drohendes Verhalten zeigten, aber nicht so leicht zu provozieren seien und somit am wenigsten Ärger verursachten.

In Brandenburg bekomme nur derjenige einen Herdenschutzhund gefördert, der geschult sei.

Der Hund werde geprüft- und auch alle Prüfer legten Prüfungen ab.

Jeder, der meine, über Hundeverstand zu verfügen, fange bei HSH von null an. Hirten, die ihre Hunde liebten, kämen gut klar, habe man ihm in der Schweiz erklärt.

Wenn man alles verpaare und nur die guten behalte, müsse an den Rest totschlagen. Schaden an der Öffentlichkeit durch überaggressive HSH dürfe ebensowenig entstehen. Um es nicht soweit kommen zu lassen, habe man eine Zuchtstrategie entwickelt.

Diese wird vorgestellt und detailliert erläutert (und findet sich grob auf der Webseite der AG und auf der des LMFB).

Dankert entgegnet auf teils sehr hitzige Redebeiträge, hier müsse nicht jeder mitmachen- aber es sei wenigstens ein Anfang.

Auf die Frage, was zertifizierte HSH besser könnten als andere, antwortet Landry, in der Schweiz seien Tests vielfach nicht aussagekräftig, vor allem, weil sie nicht im Kontext mit dem echten Wolf erstellt würden.

Kucznik erklärt, man beginne züchterisch. Man wisse vieles im Vorfeld und müsse ergo im Vorfeld agieren. Wesensstarke Hunde führten zu weniger „Ausschussprodukten“. Das Ziel seien: jederzeit gebrauchsfähige Hunde. Der Unterschied zu anderen: Sicherheit.

Frau Skuban erklärt, in Deutschland brauche es immer einen Standard. In Slowenien achte man allein auf Arbeitsfähigkeit – dort gebe es so viel Wölfe, dass die Schutzleistung automatisch nachgewiesen sei. (Zitat: “ich sag auch nicht, dass Ihre Hunde schlechter sind als meine. Ich denke das, aber ich sage es nicht.“).

Kucznik antwortet, das könne man sich in Deutschland nicht leisten mit Haftpflicht, Polizei und Ordnungsamt. Zudem seien Förderungsangebote an ministerielle Regelungen gebunden.

Dankert erläutert, es gäbe nicht der Weisheit letzten Schluss, jeder könne von dieser Veranstaltung mitnehmen, was er möchte.

Eine Tierärztin, im niedersächsischen Ministerium für Tierschutzfragen zuständig, attackiert Herrn Kucznik in etwas grenzwertiger Weise. Sie hinterfragt (bestreitet) die Qualifikation der Zuchtleiterin (Agraringenieurin mit Studium der Tierzucht und allen VDH-Prüfungen). Zudem die des Vorsitzenden („ich bin Vorsitzender des Schafzuchtverbandes, Schäfermeister und habe überlebt“).

Der § 11 wird betont- Prüfungsvoraussetzungen für gewerbliche Zucht und Ausbildung-

>die Zucht von Arbeitshunden in der Schafhaltung, egal ob Herdenschutz-oder Hütehunde sei nach Ansicht der Schäfer landwirtschaftlichen, nicht aber gewerblichen Tätigkeiten zuzuordnen.

Des Weiteren moniert die Dame die Zuchtordnung- welche nach Ausschreibung durch alle Abteilungen des Ministeriums gegangen sei.

Zuletzt fragt sie, was mit fehlerhaften Hunden passiere.

>Nette, aber unbrauchbare gingen an Privatleute, als Hofhund im weiteren Sinne.

>Solche, die ihre Schafe mobben, kämen zu (wehrhafteren) Ziegenbetrieben.

>Springer bewachten Solarparks

Das Zitat aus dem Publikum, „wer den Herdenschutzhund nennt, ruft den Wolf herbei“, dürfte aus den Reihen der Schafhaltung eigentlich nicht kommen- wo wären wir, wenn nicht Kollegen irgendwann einmal gute Hütehunde selektiert und dann gezüchtet hätten? Kucznik fasst das zusammen im Satz, „es bedarf großer Verantwortung im Umgang mit diesen Hunden, und wir haben keine auf Vorrat -  wir mussten uns selbst erfinden.

Dankert beendet diese Diskussion mit der Aussage, es gäbe keinen Masterplan, aber einen Anfang in Brandenburg.

Kucznik ergänzt: dies Bundesland fördere kein Monopol, sondern eine anerkannte Zuchtorganisation

Aus dem Publikum kommt der Vorwurf, auf politischer seien alle anderen „rausgedrückt“ worden, die AG wolle sich mit „unserem“ Geld die Taschen füllen“.

Kucznik empört sich, diese Anwürfe seien unredlich gegenüber Menschen, die sich für das Ganze bemühten.

Dankert konstatiert „Emotionen ziehen ein. Sie kümmern sich- allen anderen steht es frei, sich ebenfalls zu kümmern. In den Ministerien gibt es auch keinen Masterplan“. In Brandenburg gebe es eine 100%ige Förderung für zertifizierte Hunde. Vor fast zehn Jahren habe ein Welpe 500,-€ gekostet, ein erwachsener Herdenschutzhund 1500,-. Der Wolf werde auf Dauer bleiben. Brandenburg habe seinen Weg eingeschlagen- eine bundesweite Harmonisierung sei anzustreben.

Kucznik: „Uns wird verkauft, dass der Wolf zur Natur gehört. Die Natur hat sich verändert, ist gefährlicher geworden. Der Kostenfaktor Herdenschutz ist nicht eingerechnet worden in die Landschaftspflege. Wir müssen gemeinsam agieren. Wir müssen von unserer Hände Arbeit leben könne- und auch Herdenschutz leisten. Angepasste Wölfe können bleiben. Solche, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, müssen weg“.

 

Letzte Referentin war Frau Dr. Schönreiter, Tierärztin, spezialisiert auf Verhalten und beim Bayerischen Landesamt für Tierschutz für die Hunde zuständig, dies in Kooperation mit dem LFU.
Sie appellierte, die Behörden mitzunehmen, um mehr Verständnis zu erhalten.

Herdenschutzhunde seien besonders, denn sie arbeiteten selbständig. Insofern müssten auch Schafhalter den Umgang hiermit erst lernen. Als Halter müssten sie Anweisungen geben und klar in der Rangordnung stehen, ohne diese Selbständigkeit zu unterbinden.

In Deutschland gilt nach Tierschutzhundeverordnung zum Thema Sozialkontakte Folgendes:

der Herdenschutzhund muss sich schon als Welpe an den Menschen (hier den Züchter) gewöhnen, sich ohne Angst anfassen lassen, händelbar sein. Dies sei Anforderung aus dem Grundtierschutz- dem ein Wildtier nicht unterliege.

Die geforderte Schutzhütte sei ein Problem. „Wärmegedämmt“ sei das Gras im Sommer, zu anderen Zeiten ersetze es keine Hütte. Jedoch: ein Herdenschutzhund, der seine Arbeit ernstnähme, ginge nicht in eine Hütte- so habe sie selbst deren Arbeit kennenlernen dürfen.  Laut Verordnung sei eine Schutzhütte mit ausreichendem Lichteinfall zu fordern.
Hütten im Nachtpferch stellten ein großes Verletzungsrisiko dar.

Die Schweizer Tierschutzverordnung regele die Bedingungen für Nutzhunde an deren Einsatzbereich und sei insofern ein gutes Vorbild, dem man sich in Deutschland anpassen solle. Bisherige Versuche für Ausnahmeregelungen in dieser Richtung seien allerdings bislang gescheitert, aber man werde am Ball bleiben. Am besten miteinander statt gegeneinander. Gesetzesänderungen dauerten lange.

Es gehe nicht an, tagsüber Herdenschutzhunde zum Schutz der Jogger anzubinden- sie müssten ganztägig frei laufen können.

In der Schweiz gebe es geschützte Futtereinrichtungen, in denen Vorrat für drei Tage liegt und die die Hunde im Gegensatz zu den Schafen bedienen können- so etwas sei in Deutschland nicht durchsetzbar. Hier gilt tägliche Kontrolle für Hunde und Schafe.

Wünschenswert sei eine Sozialisierung der Hütehunde mit den Herdenschutzhunden.

Junge Hunde müssten vertrauensvoll unterstützt werden, damit nichts Außergewöhnliches passiere. Dies fördere auch die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung.

Wobei hier die eierlegende Wollmilchsau gefordert werde- lammfromm gegenüber der Öffentlichkeit und gleichzeitig wirksamer Schutz gegen Bär und Wolf.

Eine deutliche Provokation erfolgt- wann muss- wann darf der Herdenschutzhund aktiv werden? Der HSH muss auch schützen dürfen. Die Einzäunung begrenzt das Areal- hier müsse allerdings auch die Öffentlichkeit mitgenommen werden- auch angeleinte Spaziergängerhunde dürften nicht durch die Herde laufen; da müsste der Freiheitsdrang der Bevölkerung eingeschränkt werden.

HSH seien ein ganz anderes Kaliber als andere, bekannte Hunde. In Deutschland sei eine Welpenabgabe wie in anderen Ländern eher nicht praktikabel. Dazu seien zumindest ein erfahrener Halter und ein erwachsener Hund als Mentor erforderlich.

Ein Einsatz von HSH in der eigenen Herde müsse freiwillig erfolgen, nach indvidueller Entscheidung des Halters.

In Bayern sei der Herdeneinsatz von Mastin Español, die unter die Kampfhunde fallen, mit einem Negativgutachten möglich.

In Spanien, mit Rumänien das Land mit dem höchsten Wolfsdruck in Europa, seien diese Hunde der Stolz der Schäfer bei der Transhumanz.

Mit ausreichender Erfahrung und ausreichendem genetischen Material bekämen auch wir

Hunde, die entscheiden können, „was ist ein gefährlicher Mensch/Hund/Bär/Wolf?“

Wir benötigen Arbeitslinien.

In der Schweiz dürfe man beispielsweise überzählige Zootiere töten- in Deutschland verbiete dies das Tierschutzgesetz. Hier müsse überlegt werden: wer ist unbrauchbar? Was passiert damit?

Einzelhundhaltung sei nicht sinnvoll- unabhängig von der Herdengröße brauche man mindestens zwei HSH.

Der Herdenschutzhund im Einsatz sei von der Gesetzeslage in Deutschland noch nicht adäquat erfasst. Dies sei dringend geboten.

 

Dankert fasst zusammen, ein bisschen sei passiert, aber die Baustellen würden nicht weniger. Man müsse Korridore unterhalb zu ändernder Gesetze finden.

Kucznik erinnert hier an die Wahlen in einem demokratischen Land. Man müsse auf die Parteien zu gehen und Druck von unten machen sowie weitere NGOs gewinnen.

Frau Dr.Walther weist zum Thema Bejagung darauf hin, dass bestimmte Ländern der Berner Konvention zum Artenschutz nur teilweise oder gar nicht beigetreten sind, Deutschland hingegen vollständig ohne Vorbehalt. Nur wenn man austrete, könne man an den rechtlichen Bedingungen etwas ändern.
Die Bundesrepublik tue nichts, kommt aus dem Publikum - mit dem Fazit: „dies ist ein schwieriger Prozess. Macht es den Verwaltungen nicht so schwer, die müssen sich an Gesetze halten“ endet die Veranstaltung ähnlich augenzwinkernd, wie sie begonnen hat. Ohne Patentlösungen, aber mit viel Blick über den Tellerrand- und einigen Ideen für alle, die etwas aus diesem Herdenschutztag mitnehmen wollen.