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Details zur Umweltminsterkonferenz mit dem Positionspapier der Weidetierhalter und der Zusage, die Staatssekretäre aller Bundesländer möchten sich zusammensetzen, um über das Thema Wolf eine gewisse Einigkeit zu erzielen, zumindest in Teilbereichen

http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.304258.de

Prima, dass man zu dieser Einsicht schon 2017 kommt, mindestens siebzehn Jahre nach dem Auftauchen erster Wölfe in Deutschland.

Aber mit Lästern kommen wir nicht weiter- es wird höchste Zeit, dass man sich zusammenfindet, um das Thema mit allen zu besprechen, auch da, wo die Schnittmengen vielleicht kleiner sind

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Neues-Gutachten-Professor-empfiehlt-Jagd-auf-den-Wolf-in-We

ergänzend hierzu

http://www.ljv-nrw.de/inhalt/ljv/aktuelles/aktuelles/wolf-nicht-ins-jagdrecht-uberfuhren-/6_24172.html

sowie

http://www.rlv.de/index.php?id=659&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1789&cHash=739ed60408fc540b68d327a3f1657f04

 


 

Offizielle Veranstaltungen: Umweltministerium serviert nur noch vegetarische Kost

http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1135231.html-

wir wissen, es ist Wahlkampf, und es wählen auch viele, die Fleisch ablehnen, aus welchen Gründen auch immer.
Für die Anbieter von Kulturlandschaftspflege und mannigfaltigen Ökosystemdienstleistungen (das waren jene, die man fördern wollte, drei Verlautbarungen vorher...), die Schäfer, die artgerecht,regional und ressourcenschonend hochwertiges Fleisch produzieren (in Deutschland kauft man lieber Lamm aus Übersee...) und nebenbei unbezahlt für Klima, Wasser, Boden, etc.handeln-
für diese Schäfer und Schafhalter, die sich auch um die genetische Artenvielfalt innerhalb ihrer Weidetiere kümmern (70 Rassen, viele davon vom Aussterben bedroht), ist das ein tolles Signal.
Schon jetzt unterbezahlt im Naturschutz, werden unsere tierischen Produkte nun auch über das Umweltministerium indiziert-
wozu braucht es ganzheitlichen Naturschutz mit Tieren, Beweidungsprogramme oder Deichpflege?... das geht bestimmt auch ohne extensive Weidetiere.
Für das bisschen Arterhalt genügen bei landwirtschaftlichen Tieren eigentlich auch Schaubauernhof oder Freilichtmuseum Und ein paar kleine Herden für den Tourismus... und sollten doch überzählige Lämmer geboren werden, haben wir wenigstens artgerechtes Futter für den Wolf (der darf bislang noch Fleisch fressen, auch wenn er die Rechnung ebensowenig bezahlt).

Bedauerlich- 
wir verstehen unter Umweltschutz etwas anderes und haben gelernt, dass der reine Blick auf Details die Bewahrung größerer Zusammenhänge unmöglich macht.
Zusammenwirken einzelner Ressorts könnte gute Entwicklungen befördern- wenn man denn ernsthaft wollte


Immer weniger Schafe in NRW

 

Laut Information und Technik (IT) Nordrhein-Westfalen (amtliche Statistikstelle des Landes anhand von Ergebnissen der repräsentativen Viehbestanderhebung) gab es in 1120 Schafhaltungsbetrieben in NRW zum Stichtag 3.November 2016 133.500 Schafe.  2,1 Prozent weniger Tiere als im November 2015. Die Zahl der Betriebe in Nordrhein-Westfalen war um 1,8 Prozent geringer gegenüber dem Vorjahr (November 2015: 1.140 Betriebe).

Weibliche Schafe zur Zucht in Nordrhein-Westfalen bildeten logischerweise auch im Jahr 2016 mit 96.200 Tieren (72,1 Prozent) den größten Anteil am Gesamtbestand der Schafe. Unterschieden wird hier zwischen Milchschafen (1.200) und anderen Mutterschafen (94.900).

Mit einem Anteil von 0,9 Prozent am Gesamtschafbestand ist die Milchschafhaltung leider von vergleichsweise geringer Bedeutung. Mit 33.100 Tieren entfiel nahezu ein Viertel (24,8 Prozent) des Schafbestandes auf Lämmer und Jungschafe unter einem Jahr. Die Zahl der Schafböcke lag bei 2.800 Tieren.

In der Viehbestandserhebung werden nur Schafhalter mit einem Mindestbestand von 20 Schafen berücksichtigt. Diese Kleinbetriebe stellen etwa achtzig Prozent der Schafhaltungen.
IT.NRW

Damit man nicht lange unter Herdenschutz suchen muss- hier der Forderungskatalog der VDL: hiermit können alle Schafhalter von Kiel bis Bayreuth argumentieren, und Föderalismus ist keine Ausrede für Nichtstun

Forderungskatalog

zum Erhalt der Weidebewirtschaftung und Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen unter den Bedingungen der Anwesenheit von freilebenden Wölfen

Der Wolf ist wohl das umstrittenste Tier, das sich in der freien Wildbahn bewegt. Über viele Jahrzehnte in Deutschland ausgerottet, ist er inzwischen wieder gegenwärtig – in der Natur, aber vor allem in den kontroversen Diskussionen der Menschen, die er in Für und Wider spaltet.

Für die Einen bedeutet er pure Freude, für die Landwirte, insbesondere die Weidetierhalter wie die Schäfer, ergeben sich aus seiner Anwesenheit viele Probleme, Ängste, Arbeit und Kosten. Und vor allem das Gefühl in dieser Situation allein gelassen zu sein, ja auch an den Pranger gestellt, weil in den Diskussionen zum Ausdruck kommt, dass der Wolf als freilebendes Wildtier von unserer Berufsgruppe nicht uneingeschränkt begrüßt wird. Es kommt sogar zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen.

Nach den Aussagen des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“ haben sich die Wölfe ausgehend von Sachsen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit einigen Rudeln auf natürlichem Wege wieder angesiedelt. Nachgewiesen wurden ebenfalls einzelne Tiere in anderen Bundesländern. Die Wissenschaftler kommen zu der Erkenntnis, dass die Überschrift die sich in den Medien finden lässt: „Der Wolf befindet sich in Mitteleuropa auf dem Vormarsch“, bereits Realität geworden ist.

Wie viele freilebende Wölfe existieren gegenwärtig tatsächlich in Deutschland?- diese Frage wird ungenau oder gar nicht beantwortet, denn alle Anfragen beziehen sich auf Rudel. So besagt die Statistik des Kontaktbüros, dass im Monitoringjahr 2013/2014 in Deutschland insgesamt 25 Wolfsrudel, 8 Wolfspaare und 3 sesshafte Einzelwölfe ermittelt wurden. Wie viele Mitglieder ein Rudel außer dem Elternpaar hat, wird nicht benannt. Wie schnell die Ausbreitung erfolgt, ist daraus ablesbar, dass im laufenden Monitoringjahr 2014/2015 zwei zusätzliche Paare in Sachsen auftraten, in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die jeweils zwei Wolfspaare erstmals Nachwuchs hatten, im Raum Cuxhaven ein Wolfspaar nachgewiesen, im Raum Fuhrberg ein neues Wolfspaar bestätigt und in der Grafschaft Bentheim/Emsland ein sesshafter Einzelwolf nachgewiesen wurde.

Wie viele Wölfe haben wir zurzeit in Deutschland, wie viele müssen wir noch verkraften und wie soll das Management aussehen – Wer soll den Aufwand der Weidetierhalter tragen?

Ableitend aus diesem Sachstand ergeben sich folgende Forderungen, die sich in drei Komplexe aufteilen:

1.        Management

Der Wolf ist in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-RL) gelistet. Er stellt gemäß Artikel 1h der Richtlinie eine prioritäre Art dar, für deren Erhaltung der Gemeinschaft eine besondere Verantwortung zukommt. Als Unterzeichner der Berner Konvention hat sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, den im Rahmen des Übereinkommens erarbeiteten Action Plan for the Conservation of Wolves in Europe (Canis lupus) zu unterstützen und mit eigenen Maßnahmen zu flankieren.

Daraus ist eindeutig die zentrale Aufgabe der Bundesregierung formuliert, die als wesentliche Forderung die Erstellung eines nationalen Managementplanes beinhaltet [Rheinhardt und Kluth, 2007].

In der Realität ist in der Bundesrepublik Wolfsmanagement und Herdenschutz Ländersache. Das ist nicht zielführend und nicht in unserem Interesse – und ebenso wenig im Interesse der Gesellschaft.

   Wir fordern, dass sich die zuständigen Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft sich dieser Problematik annehmen.

   Wir fordern einen Ansprechpartner, um zentrale Themen des Managements in der europäischen Union zu diskutieren und umzusetzen.

   Wir fordern Unterstützung für die Erarbeitung und Umsetzung von Strategien, die nicht nur der „Arterhaltung Wolf“ dienen.

   Wir fordern ebenso viel Engagement für die Erhaltung unserer Existenz mit Schafen und Ziegen auf der Weide, dem Einsatz von Schafen und Ziegen im Landschaftsschutz, dem Erhalt von seltenen Biotopen und auf Deichen zum Hochwasserschutz.

   Wir fordern, dass die Bevölkerung über unsere Sorgen, Ängste und die            zusätzlichen Aufwendungen, die sich aus dem Herdenschutz ergeben aufgeklärt wird.

2.        Rechtliche Fragen

Die politische gewollte Wiederansiedlung des Wolfes führt zu unkalkulierbaren rechtlichen Risiken für Betriebe mit Weidetierhaltung.

Schon wenige Schafe, die durch einen Wolf auf Autobahnen oder Bahngleise getrieben werden, können zu Unfällen mit tödlichem Ausgang und zu unkalkulierbaren Sachschäden führen. Der in Fulda im April 2008 entgleiste ICE ist mit nur ca. 20 Schafen kollidiert und danach entgleist.

Gemäß § 833 BGB haftet der Tierhalter verschuldensunabhängig für den entstandenen Schaden, wenn durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt wird. Die Ersatzpflicht entfällt, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

Problematisch ist die Rechtsprechung zu § 833 BGB. Das OLG München hat durch Urteil vom 22.09.1989, Az: 10 U 5548/87 folgendes entschieden:

An die von einem Tierhalter zu fordernde Sorgfalt ist ein strengerer Maßstab anzulegen, wenn die Weide an eine Autobahn grenzt oder in der Nähe zu einer stark befahrenen Straße, einer Siedlung oder eines Bahnkörpers liegt (so auch BGH, 1976-06-14, VI ZR 212/75VersR 1976, 1086).

Den Halter einer in der Nähe eines Bahnkörpers gehaltenen Schafherde, die – durch einen in den Pferch eingedrungenen Hund in Panik versetzt – aus dem Pferch ausbricht und in einen herannahenden Zug hineinläuft, trifft ein Verschulden, wenn die Herde bei einem Ausbruch durch größere Sicherung des Pferches (zusätzliche Stabilisierung der Stäbe, Verstärkung des Pferchs mit unter Strom stehenden Knotengittern) hätte vom Bahngleis ferngehalten werden können.

Gegebenenfalls sind bei Kenntnis von wildernden Hunden ein Knotengitter und eine ständige Anwesenheit des Schäfers erforderlich. Wenn diese zu unzumutbaren Kosten führt, müsse, so das OLG, auf die Beweidung derartig gefährdeter Grundstücke verzichten werden.

Bei Unaufklärbarkeit des Unfallgeschehens muss nach der heutigen Rechtsprechung der Tierhalter den Beweis der Einhaltung der erforderlichen Sorgfalt führen. Faktisch scheitert dies häufig daran, dass dem alleinigen Betriebsinhaber keine Zeugen zur Verfügung stehen.

Diese Rechtsprechung übertragen auf den Wolf bedeutet, dass der Schäfer bei Kenntnis von Wölfen in der Nähe der Herde ständig anwesend sein muss, um der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt zu genügen. Verstößt er dagegen, ist er einem konstanten Insolvenzrisiko ausgesetzt, da größere Zugunglücke oder Unfälle auf Autobahnen den Versicherungsschutz in der landwirtschaftlichen Betriebshaftpflichtversicherung übersteigen und dieses Risiko somit nicht mehr versicherbar ist. Dasselbe Risiko trifft gem. § 834 BGB auch den Tieraufseher. Dies wird dazu führen, dass künftig noch weniger Menschen bereit sein werden, in einem Betrieb mit Weidetierhaltung zu arbeiten. Die Konsequenz ist die Aufgabe der Weidetierhaltung und damit eine großflächige Verbuschung der Kulturlandschaft unter massivem Verlust an Biodiversität.

Wir fordern daher folgende Ergänzung des § 833 BGB:

„Die Ersatzpflicht tritt ferner nicht ein, wenn die Ursache des Schadens in dem Verhalten von Wildtieren liegt, die auf die Haustiere eingewirkt haben. Im Zweifel muss der Geschädigte den Nachweis führen, dass kein Wildtier für den Schaden ursächlich war.“

Für Wolfsschäden fordern wir ein einheitliches bundesweites Wolfsschadensverfahren, angelehnt an das Wildschadensverfahren. Der Geschädigte muss den Schaden innerhalb einer kurzen Frist melden. Danach sichert der zu benennende Rissgutachter die Beweise, um zu klären, ob es sich um einen Wolfsangriff handelt. Steht dies fest oder kann ein Wolfsangriff im einem Wolfs- oder Wolfserwartungsgebiet nicht ausgeschlossen werden, ist der Schaden durch eine staatliche Stelle zu ersetzen. Auf den Schadensersatz besteht ein Rechtsanspruch.

3.        Erstattung finanzieller Aufwendungen

Wir fordern, dass die finanziellen Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung des Wolfes im Rahmen eines Rechtsanspruchs erstattet werden. Und diese Forderung bezieht sich nicht nur auf den Haupt- und Nebenerwerb, sondern auch auf die Einzelschafhaltung, im täglichen Sprachgebrauch als Hobbyschafhaltung abgetan. Gerade dieser Personenkreis leistet wertvolle und nachhaltige Arbeit zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Rassen, im touristischen Bereich und zur Bereicherung des ländlichen Raumes. Der Erhalt dieser Form der Schafhaltung ist unverzichtbar und benötigt unter den Bedingungen des Schutzes vor Übergriffen durch den Wolf umfassende finanzielle Unterstützung.

Der Mehraufwand bei möglicher Anwesenheit eines Beutegreifers ist vom Material, vor allem aber hinsichtlich der Zeit, erheblich höher. Bei einer festen Koppeleinzäunung, relativ einmalig von der Installation, dauerhaft von der Kontrolle. (Im Außenbereich nicht statthaft). Bei mobilen Zäunen, die je nach Fläche und Beweidungsauftrag teils täglich umgesetzt werden, fast nicht zu leisten. Geländezuschnitt und Lage sowie Bodenbeschaffenheit erschweren diese Arbeit zusätzlich.

Dazu gehören:

a)        Direkte Sachschäden (verursacht durch Wölfe)

   Verendete Tiere

   Verschollene Tiere

   Verlammte Mutterschafe

   Verworfene Lämmer

Zu ersetzen ist der jeweilige Wiederbeschaffungswert.

b)        Indirekte Personen- und Sachschäden (verursacht durch Weidetiere, die durch     Wölfe angegriffen worden sind)

   Personen und Sachschäden als Folge von Wolfsangriffen

(z.B. PKW, Bahn, Leitplanken, Tunnel, Zäune, Schälschäden etc.).

c)         Folgekosten

   Kosten der Suche ausgebrochener Tiere (Arbeitszeit und Sacheinsatz, insbesondere PKW)

   Kosten für die Untersuchung der Herde auf Verletzungen

   Zusätzlicher Aufwand (Heu, Kraftfutter, Wasser, Strom, etc.)

   Kosten für Tierkörperbeseitigung, Ohrmarken, Gutachter

   Transportkosten, Reinigungskosten, Tierarztkosten, Wollverlust etc.

   Übernahme höherer Haftpflichtbeiträge durch höhere Versicherungssummen

d)        Präventionsmaßnahmen (nach heutigem Wissensstand; erweiterbar)

   Anschaffung spezieller wolfssicherer Elektrozäune, u. a. mit leistungsstärkeren Weidezaungeräten, Diebstahlsicherung, Vorrichtungen für das Anbringen von Flatterbändern.

   Wildkamera

   Schulungskosten

   Einsatz von Herdenschutzhunden (HSH)

Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist bisher in der heutigen Schafhaltung in Deutschland nicht üblich und nicht notwendig gewesen. Sie stellen die Schafhalter vor zusätzliche Probleme und Kosten.

   In unserer teils sehr dicht besiedelten Landschaft können HSH nicht allerorten eingesetzt werden.

   In Bezug auf ihr Verhalten gegenüber Menschen und für die zu schützenden Tiere zertifizierte Tiere sind gegenwärtig noch nicht in ausreichender Anzahl vorhanden.

   Der Anschaffungspreis eines guten, wesensgetesteten und seinen Aufgaben nach allen Richtungen gewachsenen HSH ist hoch, und ein Hund reicht für einen sicheren Schutz vor Angriffen des Wolfes nicht aus. In der Regel kommen 2‑3 Hunde in einer Herde zum Einsatz.

   Für die Integration der Hunde in die Herde, den Umgang und die trotz aller Vorsicht möglichen Schwierigkeiten braucht der zukünftige Halter eine gute Schulung - gegebenenfalls sollte der Hund länger im Aufzuchtbetrieb verbleiben, um eine gute Grundausbildung zu erhalten, die möglichst viel Pannen aus Unwissenheit auf allen Seiten ausschließt. Beide Maßnahmen verteuern den Einsatz.

Daher fordern wir Kostenübernahme für Anschaffung bzw. Unterhalt zertifizierter Herdenschutzhunde.

Zusammenfassung:

Nur wenn die Politik bereit ist, die Kosten der Wolfsansiedlung zu tragen, hat der Wolf eine Chance, gesellschaftlich als Teil der Kulturlandschaft akzeptiert zu werden.

Die öffentliche Darstellung des Themas mit dem Schwerpunkt auf "Willkommen Wolf", der sich auch hervorragend als Werbeträger zum Bereich der Biodiversität anbietet, läuft einseitig:


Weidende Wiederkäuer pflegen und erhalten die Landschaft in ihrer Gesamtheit – müssen sie sich zurückziehen, fehlen den Biotopen nicht nur die Schafe, die man dort eingesetzt hat, um Tier-und Pflanzengesellschaften zu halten, zu verbessern oder auch wiederherzustellen. Die bisherigen Erfolge für die Vielfalt würden zunichte gemacht. Schaf und Orchidee, Schmetterling und Wolf sind nicht nur auf derselben Roten Liste, sondern Seiten ein- und desselben Würfels – dem müssen wir gesellschaftlich, politisch und verwaltungsrechtlich Rechnung tragen.

 

Abrufbar als Download unter
http://www.schafzucht-nrw.de/pages/index.php?section=news&id=411







Nachfolgend einige Links zum Thema Artenvielfalt und ihr Erhalt durch Weidetiere-

es scheint angekommen zu sein, dass besonders Schafe die vielzitierte Biodiversität in hohem Maße garantieren.
Da wäre es an der Zeit, dann auch für ein ausreichendes Einkommen aus diesen Maßnahmen zu sorgen -
und Sicherheit gegenüber rückkehrenden Beutegreifern zu schaffen, die es den Schäfern und Schafen auch zukünftig ermöglicht, auf ihre besondere Weise Landschaft zu gestalten und Vielfalt zu erhalten.

Ziehen sich die Schafe notgedrungen aus der Landschaftspflege zurück, bleibt die Artenvielfalt auf der Strecke -

ein Waldschaf steht genauso auf der Roten Liste
wie ein Wolf,
ein Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Schmetterling),
ein Wiesenpieper (Vogel) oder
eine Waldeidechse....

alles Seiten ein-und desselben Würfels

...In Bayern hat man hierzu nun ein beispielgebendes Strategiepapier erstellt   http://www.schafbeweidung.lpv.de/,

dem in jedem Bundesland etwas Entsprechendes folgen müsste -
und dann in der Praxis umgesetzt werden...

 

http://www.nachhaltigleben.de/24-natur-umwelt/3139-nordrheinwestfalen-wildes-nrw-johannes-remmel-artenvielfalt

http://www.fr-online.de/vilbel--/bad-vilbel-schafe-schuetzen-die-artenvielfalt,1472868,28282064.html

http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/main-spessart/art129810,8168194

http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2014/07/150_14/index.php

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.messstetten-schaefer-brauchen-hilfe-der-politik.90372167-35a5-4672-9b68-0d8f3c83907f.html

In diesem Zusammenhang freuen wir Schafhalter uns über die vielen Angebote zur Zusammenarbeit, die bereits erste und gute Früchte tragen - seien es Fraktionen und ihre Agrarausschüsse, seien es Natur-und Umweltschutzverbände, seien es die Förster -

alle, denen dies Thema wirklich am Herzen liegt, gehören an einen Tisch - ein Ansatz unter anderen wäre gewesen, sich auf europäischer Ebene interdisziplinär damit zu beschäftigen. Die Pressemitteilung, dass die CopaCogeca sich aus einem Bündnis herauszieht, welches die Belange der Landwirtschaft hierin nicht ausreichend berücksichtigt, ernüchtert

http://wochenblatt.agrarheute.com/beutegreifer


VDL-Familie wächst um Beratungsring für Schafhalter und AG zur Zucht von Herdenschutzhunden

Anlässlich der diesjährigen VDL-Mitgliederversammlung am 24. Mai 2016 wurde der "Beratungsring für Schafhalter e.V." mit Sitz in Schleswig Holstein einstimmig als förderndes Mitglied aufgenommen.  Ziel ist es, dieWirtschaftlichkeit des Betriebszweiges Schafhaltung in höchstmöglichem Umfange zu steigern und zu sichern. Dieses Ziel soll erreicht werden durch betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Beratung der Mitglieder im Betriebszweig Schafhaltung mittels

  • Einzelbetrieblicher Datenerfassung und Auswertung des Betriebszweiges Schafhaltung
  • Ständiger Erfolgs- und Qualitätskontrollen
  • Vermittlung von Forschungs- und Erfahrungsergebnissen aus Wissenschaft und Praxis an die Mitglieder.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.schaeferberatung.de

Weiterhin wurde die "Arbeitsgemeinschaft zur Zucht von Herdenschutzhunden e.V." nach einstimmigem Beschluss ebenfalls als förderndes Mitglied in die VDL aufgenommen.

Die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht von Herdenschutzhunden fördert die Anerkennung von Herdenschutzhunden, die Erfassung der in den Herden lebenden Herdenschutzhunden in einem Zuchtbuch, die Zucht und Haltung der einzelnen Rassen der Herdenschutzhunde, die bei Weidetierhaltern leben und dort ihre Herde vor Beutegreifern beschützen, die Information der Öffentlichkeit über die Eigenschaften der Herdenschutzhunde und deren Einsatzmöglichkeiten in den Tierherden sowie die Schulung von Haltern der Herdenschutzhunde bei Zucht, Ausbildung und Haltung.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ag-herdenschutzhunde.de


VDL-/KTBL-Projekt „Wirtschaftlichkeit der Landschaftspflege mit Schafen“

Datensammlung offiziell im Verkauf                  


Das  Kuratorium  für  Technik  und  Bauwesen  in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) und die VDL haben in den vergangenen zwei Jahren intensiv an dem o. g. Projekt gearbeitet.

Seit  dieser  Woche  ist  die zugehörige Datensammlung, welche das Projekt abschließt, offiziell im Verkauf: 

KTBL-Datensammlung 
Landschaftspflege mit Schafen 
Darmstadt, 2014, 116 S.,
25 Euro,
ISBN 978-3-941583-90-0,
Best.-Nr. 19514 
Die Datensammlung enthält typische Verfahren der  Landschaftspflege  mit  Schafen  für  die Biotope  Feuchtwiesen,  Photovoltaikflächen, Heiden,  Magerweiden,  Küstendeiche, Flussdeiche und Streuobstwiesen.
 
Für die Biotope sind jeweils die Pflegeanforderungen und die produktionstechnischen Bedinggungen beschrieben. 
Die darauf abgestimmten Verfahren der Schafhaltung werden durch Verfahrensabläufe und entsprechende Leistungs-Kostenrechnungen dargestellt. 
Mit Hilfe von methodischen Grundlagen bietet die Datensammlung eine Basis zur Kalkulation einer kostendeckenden Entlohnung der Dienstleistung Landschaftspflege mit Schafen.
Die Datensammlung dient Betriebsleitern, Beratern und öffentlichen Einrichtungen als zuverlässiges Nachschlagewerk. 

Erhältlich ist das 116-seitige Buch für 25 € beim Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) e. V., Bestellungen werden gern online über die Website www.ktbl.de,  per Mail über  vertrieb@ktbl.de  oder  telefonisch  unter  06151  7001-189 entgegengenommen.  

 

Europäisches Hirtentreffen in Koblenz

Pastoralisten aus siebzehn europäischen Ländern trafen sich vom 26.bis 28.Juni auf der Feste Ehrenbreitstein, Koblenz, zur Gründung eines Europäischen Netzwerkes.

http://www.welt.de/regionales/rheinland-pfalz-saarland/article143131801/Hirten-aus-Europa-vernetzen-sich-in-Koblenz.html

Während am Freitag der Austausch zwischen den Ländervertretern gepflegt und somit die Grundlage für eine gemeinsame Deklaration vorbereitet wurde, stand der Samstag ganz im Zeichen extensiver, ressourcenschonender Beweidung.
Diverse Vorträge und Diskussionen zeigten die Vielfalt an Ideen und Lösungsansätzen auf, die wissenschaftlich nachgewiesen hervorragenden ökologischen Leistungen gerade dieser Form der Tierhaltung auszubauen. Gleichzeitig aber auch das Problem, diese Leistungen angemessen zu honorieren. Auf den Punkt brachte es die Aussage eines Naturwissenschaftlers: "Für die Hirten/Schäfer benötigen wir mittlerweile ein Erhaltungsprogramm analog zu den Populationen bedrohter Tier- und Pflanzenarten".

Wenn Wertschätzung und finanzielle Honorierung ökosystemischer Diensleistungen nicht nur offiziell wünschenswert wären, sondern praktisch umgesetzt würden, vorhandene Programme auch bei denen greifen könnten, die die Leistung erbringen und Willensbekundungen Hintergrund auf politischer Ebene hätten, wären wir weiter.
Sätze wie " der Steuerzahler hat ein Anrecht auf ordentliche Ausgabe seiner Gelder" nach einem Vortrag darüber, wie großartig die Artenvielfalt gerade von denen erhalten wird, bei denen diese Gelder meist nicht, in jedem Fall nicht ausreichend ankommen, passt nicht - auch nicht, wenn er von der EU-Kommission kommt.

Die gemeinschaftliche Diskussion muss ausgebaut werden, dafür war Koblenz ein guter Schritt. Wenn die Politik mitginge, wäre es leichter.

Ein hervorragender Überblick über das extensive Grünland seit der Steinzeit - von Humusbildung bis Wasserbindung - beendete den fachlichen Teil, räumte mit fehlerhaften Rechnungsmethoden auf und machte Mut, weiter für die Landschaft zu arbeiten.

Am Sonntag wurde mit buntem Treiben auf der Festung Werbung für das Hirtenwesen gemacht - das sich europaweit miteinander engagiert

http://www.deutschlandfunk.de/europaeisches-hirtentreffen-schaefer-fordern-mehr.697.de.html?dram:article_id=323958


 

VDL-Vorsitzender Reuter: Thema Wolf sachlich behandeln

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland bereitet den Schafhaltern große Sorgen, seien es Hobby- oder Berufsschafhalter. Deutschlandweit gibt es offiziell 35 Rudel, also etwa 340 Tiere. Monitoringdaten aus dem gesamten Bundesgebiet zeigen, dass der Wolf sich bei uns – wieder – heimisch fühlt und weiter ausbreitet. Auch die VDL rechnet damit, dass sich die Wölfe bei entsprechendem Nahrungsangebot deutlich vermehren. In einigen Regionen, beispielsweise klein-parzelligen Mittelgebirgslandschaften oder auf langgezogenen Deichen, könnten die hiesigen Schafhalter ihre Tiere nicht nur schwer, sondern gar nicht davor schützen, von Rudeln gerissen zu werden, so der VDL-Vorsitzende Peter Reuter. „Wo der Wolf lebt, wird es keine Schafe und keine Trockenrasenlandschaften mehr geben“, prophezeit Reuter. Ein Schutz der Schafe ist hier kaum möglich.
Der Berufsstand ist von dieser Entwicklung nicht begeistert. Dennoch ist für jeden Bundesbürger und damit auch die Schafhalter geltendes Recht einzuhalten und das Abschussverbot für die geschützte Art Wolf nicht zu brechen.
Die VDL wird sich weiterhin und mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Schafhalter und auch ihre Schafe und damit im Falle der Haupterwerbsschäfer die Grundlage ihres Lebensunterhalts geschützt werden, um auch in Zukunft die besonderen Leistungen in der Landschafts- und Deichpflege und beim Erosionsschutz sicherstellen zu können. Damit die Vielfalt unserer Kulturlandschaft erhalten bleibt, brauchen wir die Schafe – und zwar lebendig.
Hier ist die Politik gefordert, klare rechtliche und finanziell vollständig getragene Lösungen für Präventions- und Entschädigungsmaßnahmen zu entwickeln. Bestehendes Recht muss ebenso überprüft und evtl. nachgebessert werden wie es notwendig sein kann, auch besondere Schutzmaßnahmen für die Weidetierhaltung zu erlassen.
Der Schafhalter ist aufgrund der knapp bemessenen Entlohnung für die Landschaftspflegeleistung außerstande, die finanziellen Aufwendungen hierfür zu tragen. In jedem Fall stehen vorbeugende Maßnahmen an erster Stelle, um das Risiko einer Konfrontation beim Nebeneinander von Beutegreifern und Weidetieren von Vornherein möglichst gering zu halten. Hierüber waren sich auch die Delegierten des VDL-Arbeitskreises „Beutegreifer“ anlässlich ihrer Sitzung in der vergangenen Woche einig.
Gerade die Schafe in ihrer Vielfalt fördern und schützen die Biodiversität auf besonders nachhaltige Weise. Die Gesellschaft ist gefordert, diesen Artenschutz im Ganzen zu unterstützen. Zu den bedrohten Arten zählt der Wolf, so manche Schafrasse, und nicht zuletzt die Vielfalt an Pflanzen und Tieren in den speziellen Naturräumen, die durch unsere Schafe erhalten werden.
Die VDL strebt daher eine Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden auf Bundesebene an, wie sie beispielsweise der Landesschafzuchtverband in Baden-Württemberg durch einen Kooperationsvertrag mit dem NABU bereits erfolgreich demonstriert. Auch Forst- und Jagdverbände sollen in die Diskussion um dringend notwendige, effektive Managementpläne einbezogen werden.
Artenschutz des Wolfes und Landschaftspflege mit landwirtschaftlichen Nutztieren und insbesondere seit Jahren bekannte Diskussionspunkte müssen schnellstmöglich gemeinsam und nicht nur auf dem Rücken Einzelner gelöst werden, um extreme Positionen, die unnötig die Gemüter erhitzen, zu verhindern. Den zuständigen Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Denn Tierschutz bedeutet schließlich und endlich auch: Schutz der landwirtschaftlichen Nutztiere vor Verletzungen durch Beutegreifer.

 

Und weil es so schön ist, wenn Menschen über den Tellerrand gucken, gleich noch ein Text von Ulrich Wotschikowsky, kritischer Wildbiologe, den wir in NRW übrigens am 26.3. im Hammerhof erleben konnten, unter

http://www.lausitz-wolf.de/index.php?id=1248

und noch einer von Eckard Fuhr:

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article137802510/Hier-steppt-der-Wolf.html

sowie

http://www.welt.de/print/wams/politik/article137938551/Der-will-nicht-nur-spielen.html

 
 
 

 

Auch gegen Wölfe Naturschützer helfen Schäfern

Arnold Rieger, 31.01.2014 14:02 Uhr

Schäfer haben nichts gegen Natur, wohl aber gegen Raubtiere. Das Verhältnis zum Nabu mit dessen Begeisterung für Wölfe ist deshalb zwiespältig. Doch die Naturschützer sind eine starke Lobby – und die können die Schäfer gut gebrauchen.

Stuttgart - Trotz Differenzen über den Umgang mit Wölfen, Luchsen und Kolkraben haben der Landesschafzuchtverband und der Nabu-Landesverband am Donnerstag eine weitreichende Zusammenarbeit vereinbart. Sie sieht gemeinsame Aktionen zur Förderung der Schäferei, ideelle Unterstützung, aber auch Hilfe beim Schutz der Schafherden vor.

„Wenn wir einmalige Lebensräume erhalten wollen, geht das nicht ohne Schäferei“, sagte Nabu-Landeschef André Baumann in Stuttgart. So könnten die für ihre Pflanzenvielfalt berühmten Wacholderheiden auf der Schwäbischen Alb nur überleben, wenn sie abgeweidet werde, sagte der Biologe, der über die Wechselwirkung zwischen Schäferei und Pflanzen promoviert hat. Dass pro Quadratmeter bis zu 40 Arten vorkommen, liegt laut Baumann daran, dass Schafe in Fell und Magen Samen verbreiten. Seit 4000 Jahren trügen sie somit zur biologischen Vielfalt bei.

Baden-Württembergs 3800 Schafhalter mit ihren rund 216 000 Tieren blicken aber offenbar in eine düstere Zukunft. „Es gibt 30 Prozent weniger Tiere als noch vor fünf Jahren“, sagte der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbands, Alfons Gimber. Die Branche drückten Nachwuchssorgen, was hauptsächlich an den geringen Verdienstmöglichkeiten liege.

35 000 Euro Gewinn macht ein Betrieb im Durchschnitt eines Jahres, rechnete der Verbandschef vor. Das ergebe einen Stundenlohn von nicht einmal fünf Euro. „Mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro wären wir schon zufrieden“, sagte Vorstandsmitglied Harald Höfel. Ihren Beitrag zum Naturschutz sehen die Schafzüchter jedenfalls nur unzureichend gewürdigt.

In ihrem Bemühen um zusätzliche Fördermittel aus den Landestöpfen sollen sie jetzt die Naturschützer unterstützen. Der Nabu-Landesverband, mit 80 000 Mitgliedern (deutlich mehr als die Landes-CDU) eine machtvolle Lobby, macht sich denn auch die Forderungen des Schafzuchtverbands zu eigen. „Gerade wird ein neues Meka-Programm gestrickt“, sagte Baumann mit Blick auf den Topf, aus dem das Land mit EU-Hilfe Naturschutzleistungen der Bauern honoriert, „damit kann man ein Zeichen zur Stärkung der Schafzucht setzen.“

Auch sogenannte Weideprämien, also eine finanzielle Förderung von Tieren, die auf die Weide dürfen, müssten die Schäfer bekommen, meinen beide Verbände. Bisher denke die Landesregierung nur daran, diese Prämie für Rinder zu bezahlen. „Gäbe es eine Weideprämie, würde mancher Züchter seinen Schafbestand aufstocken“, glaubt Vorstandsmitglied Höfel.

Schwierigkeiten bereitet es den Schäfern aber auch, mit ihren Herden von Weide zu Weide zu ziehen. Zwar gibt es alte Betretungsrechte, doch die Landwirte stellen sich oft quer. Nabu und Schafzuchtverband fordern, diese Rechte zu stärken.

Baumann zählt Wacholderheiden zu den ältesten Kulturlandschaften in Europa und stuft ihre Bedeutung „ähnlich hoch wie das Freiburger Münster“ ein. Deshalb hält er es für angemessen, dass die jahrtausendealte Wanderschäferei von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt wird. Baden und Württemberg seien noch im 19. Jahrhundert „das Schäfereiland Europas“ gewesen.

Die Schafzüchter lassen sich die Hilfe der Naturschützer gern gefallen – obwohl sie deren Begeisterung für Raubtiere wie Luchs oder Wolf nicht teilen. „Wir hoffen, dass der Wolf noch länger braucht, bis er kommt“, sagte Verbandschef Gimber, fügte allerdings hinzu: „Wenn er kommt, ist er halt da, daran kann ich auch nichts ändern.“

Für diesen Fall hat der Nabu Hilfe auf mehreren Ebenen zugesagt. So haben die Naturschützer bereits zwei sogenannte Herdenschutzhunde trainiert. Das seien keine Hütehunde, sondern Tiere, die schon als Welpen in einer Schafherde gelebt hätten und diese also beschützten, falls ein Wolf angreife. In der Lausitz (Brandenburg, Sachsen), wo wieder zahlreiche Wölfe leben, funktioniert dies offenbar. Ob dies auch im dicht besiedelten Baden-Württemberg der Fall ist, darüber streiten sich die Gelehrten allerdings noch.

„Wir wollen gemeinsam Lösungen finden“, sagte Baumann und versicherte, auch die örtlichen Nabu-Gruppen seien zur Hilfe bereit.

Auf den Einwand, die Schäfer ließen sich ihr Wohlwollen gegenüber dem Wolf abkaufen, sagte Gimber: „Der Wolf wird sowieso kommen, ob der Nabu das will oder nicht.“ Da sei es doch besser, gemeinsam Strategien zu entwickeln, anstatt gegeneinander zu arbeiten.

Biologen rechnen damit, dass Wölfe über kurz oder lang im Schwarzwald auftauchen – so wie sie seit einigen Jahren auch wieder in den Hochvogesen umherstreifen. Dort wurden im vergangenen Sommer sogar Spuren von Welpen entdeckt. Baumann schließt daraus: „In einem halben Tag können sie hier sein.“ In den Schweizer Alpen und im Jura leben wieder größere Wolfspopulationen.

Um darauf vorbereitet zu sein, hat die Landesregierung vor kurzem einen „Handlungsleitfaden Wolf“ vorgestellt. Darin ist festgelegt, wie die Behörden vorgehen sollen, wer zuständig ist und wie der Schadenausgleich für gerissene Tiere funktioniert. Naturschutz- und Jagdverbände haben dafür außerdem einen Ausgleichsfonds gegründet.


 

 

Gemeinsame Pressemitteilung von Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e. V. (VDL) und Bundesverband Berufsschäfer e.V. (BVBS)                                  13.12.2013

Unterredung der Vorstände der Vereinigung Deutscher
Landesschafzuchtverbände und des Bundesverbandes Berufsschäfer am 12. Dezember 2013 in Alsfeld

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2013 trafen sich die Vorstände der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände und des Bundesverbandes der Berufsschäfer zu einem Gedankenaustausch über die zukünftige Zusammenarbeit und eine mögliche Mitgliedschaft.

Der Bundesverband hatte nach seiner Gründung den Antrag auf Mitgliedschaft in der VDL gestellt.

Als Ergebnis wurde erarbeitet, dass eine fachliche Zusammenarbeit sinnvoll ist und wie in der Vergangenheit bestmöglich vorgenommen werden sollte. Eine Mitgliedschaft in der VDL kommt jedoch nicht in Frage, so der VDL Vorstand. Dies habe das Prüfungsergebnis des Vorstandes auf der Grundlage des Beschlusses der VDLMitgliederversammlung u. a. hinsichtlich der Überschneidung der Ziele des Bundesverbandes mit denen der VDL und seiner Mitgliedsverbände ergeben.

Carl Lauenstein Vorsitzender Vorsitzender Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.
Günther Czerkus Bundesverband Berufsschäfer e.V.

 

Kommentar seitens des Bundesverbandes der Berufsschäfer (auszugweise):

In der Begründung wird unter anderem auf die zu große Überschneidung
der Ziele und der föderale Aufbau der VDL hingewiesen. Neue Mitglieder nehme die VDL vor allem auf, um ergänzende Themen abzudecken, die bisher nicht von der Bundesebene der Vereinigung behandelt würden, so
Völl. (aus AgE)

Aus der VDL-Satzung:

Der Verein bezweckt als berufsständische Organisation und als Arbeitsgemeinschaftder Landesschafzuchtverbände ausschließlich und unmittelbardie Förderung der Schafzucht und –haltung im Bundesgebiet.

Und etwas weiter unten:

Ordentliche Mitglieder des Vereins können ausschließlich juristische Personen werden, die ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und

• von der zuständigen Behörde als Schafzüchtervereinigungen anerkannt,

oder

• als Verbände mit der Zielsetzung der allgemeinen Interessenvertretung der Schafwirtschaft tätig sind.

In der  Satzung des Bundesverbandes Berufsschäfer heißt es:

Zweck des Vereins ist die Förderung wirtschaftlich orientierter Schaf- und Ziegenhaltung.

Danach erfüllt der Bundesverband Berufsschäfer präzise die Mitgliedsvoraussetzungen.

So sah das wohl auch die Mitgliederversammlung der VDL im Juni 2013. Stefan Völl schrieb dazu:
"
Sie haben sicherlich bereits erfahren und ich darf es Ihnen im Auftrage des VDL-Vorsitzenden offiziell mitteilen, dass die VDL-MGV auf der gestrigen Mitgliederversammlung den Beschluss gefasst hat, den Bundesverband unter der Maßgabe als Mitglied aufzunehmen, dass die Ziele der Satzung des Bundesverbandes mit denen der VDL bzw. der Landesverbände vereinbar sind."
Die letztendliche Entscheidung wurde von der MGV an den Vorstand übertragen.

Für die gemeinsame Pressemitteilung von VDL und BVBS zu dem Treffen in Alsfeld hat Stefan Völl formuliert:

"Als Ergebnis wurde erarbeitet, dass eine fachliche Zusammenarbeit sinnvoll ist und wie in der Vergangenheit bestmöglich vorgenommen werden sollte.
Eine Mitgliedschaft in der VDL kommt jedoch nicht in Frage, so der VDL Vorstand. Dies habe das Prüfungsergebnis des Vorstandes auf der Grundlage des Beschlusses der VDL-Mitgliederversammlung u. a. hinsichtlich der Überschneidung der Ziele des Bundesverbandes mit denen der VDL und seiner Mitgliedsverbände ergeben.

Fazit:

Die Ziele des Bundesverbandes Berufsschäfer überschneiden sich mit denender VDL-Satzung. Das ist das Ausschlusskriterium.


  

DVD "Die Schäfer"-

Der moderne Schäfer ist nicht mehr die romantische Figur vergangener Tage, sondern ein agrarökologischer Dienstleister.
Gute, extensive Beweidung durch Schaf und Ziege erhält Grünflächen, die als CO2-Speicher mindestens so wichtig sind wie der Wald - wenn nicht sogar wichtiger. Und das an 365 Tagen im Jahr und bei jeder Witterung...

Kurztrailer unter: https://www.youtube.com/watch?v=LoNy9P0kl14

Sie können die 21-minütige DVD zum Preis von € 8,90 zuzüglich Versandkosten mittels eines Formulars auf der Internetseite des Bundesverbandes der Berufsschäfer bestellen

 

Am 4.12 2013 trafen sich die NRW-Mitglieder des Bundesverbandes Berufsschäfer zu ihrem Jahrestreffen auf Haus Düsse.
In gemütlicher Atmosphäre wurden die Ereignisse und Aktivitäten des vergangen Jahres besprochen. Es wurden wichtige Termine mit Verwaltungen, Politik und Verbänden wahrgenommen. Wir konnten deutlich die Leistungen
der Schäfer für die Gesellschaft, den Naturschutz und die Biodiversität herausstellen. Einig war man sich auch, dass diese Leistungen nicht zum Nulltarif erbracht werden können. Gemeinsam haben wir überlegt, wie man diese Leistungen honorieren kann. Vorhandene Programme könnten dabei helfen, wenn sie auch nach ihrer Bestimmung umgesetzt werden könnten. Da beginnen die Probleme schon bei den Vor-Ort-Kontrollen. Den Prüfdiensten fehlen klare Definitionen für Grenzertragsstandorte und Naturschutzflächen. Hierzu werden noch Gesprächstermine mit den Verwaltungen stattfinden müssen.
Ein weiteres Thema war die Rückkehr der großen Beutegreifer. Hierzu findet im Februar ein Workshop statt, der den Vertretern der Fachbehörden in NRW u.a. auch die Lage der Schafhaltung verdeutlichen soll (in näherer Zukunft unter:Termine).
Wichtiger Punkt war es, einen Delegierten für ihr Bundesland sowie dazugehörige Stellvertreter zu wählen. Für NRW wurde Maik Dünow aus Wesel einstimmig gewählt. Als Stellvertreter wurden ebenfalls einstimmig Thomas Golz aus Iserlohn und Ernst Georg Brinkmann aus Ense-Bittingen gewählt. (Golz/Humpert)

Hier die Kontaktdaten:

NRW-Sprecher/Delegierter:
Maik Dünow
Hindenburgstr.2746485 Wesel 
Fon: 02 81 – 1 64 06 38   Fax.:02 81 – 47 55 40 60 
Handy: 0171 7 06 89 13Tel.: 
maikduenow@web.de

Stellvertreter:
Thomas Golz

Grürmannsheider Str. 10 58642 Iserlohn
Fon.: 0 23 74 - 1 67 37 83  Fax: 0 23 74 - 1 67 37 83
Handy: 0179 6 34 73 30
die.schaefer.golz.buettner@web.de

Stellvertreter:
Ernst Georg Brinkmann
Bittinger Haarweg 10 Ense-Bittingen
Tel.: 0 29 28 - 621   Fax:0 29 28 - 83 92 3759469
Handy: 0160 93 47 78 47
mail@schaeferei-brinkmann.de

Ein starkes Team für NRW (v.l.): Ernst Georg Brinkmann, Maik Dünow, Ortrun Humpert (Vorsitzende Schafzuchtverband NRW), Thomas Golz, Karin Viesteg (2.Vorsitzende Bundesverband Berufsschäfer)

der neue Vorstand der AAH NRW

 

 

AAH- Nordrhein Westfalen

Bild von links: Ralf Bauer, Monika Pyplowski, Maik Randolph, Susanne Senkel, Martina Seidel, Christina Büttner   
Foto: Ortrun Humpert

Mitte November 2013 hatte die AAH-NRW (Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher
Hütehunde e.V. Landesgruppe NRW) zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung
eingeladen. Rückblickend wurde über die erfolgreichen
Veranstaltungen, sowie die Zuchtereignisse zum Erhalt des Rassebestandes
gesprochen. Nach Entlastung des Vorstandes, standen die Neuwahlen an.
Der neue Vorstand stellt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzende – Christina Büttner Schäfermeisterin, sie betreibt mit ihrem
Lebensgefährten ein Schäferbetrieb mit ca. 500 Mutterschafen

2. Vorsitzender – Maik Randolph, er bewirtschaftet einen Stiftungshof in
Kalthof, der ca. 600 Schafe beinhaltet

Zuchtwart--Ralf Bauer Schäfermeister, wurde wiedergewählt, er betreibt
einen Biobetrieb der aus ca. 600 Rhönschafen besteht

Kassenwartin -- Martina Seidel wurde als Privathalterin von zwei Altdeutschen
Hütehunden wiedergewählt

Schriftführerin—Susanne Senkel, die Mitgründerin des Vereins wurde wiedergewählt
und züchtet Altdeutsche Füchse

Pressewartin – bleibt weiterhin Monika Pyplowski, sie führt ihre Fuchs-und
Tigerhündin in der Sportart Agility

Die Mitglieder wünschen dem neuen Vorstand eine erfolgreiche und gute Zusammenarbeit.
Uwe Lorenz, eines der Gründungsmitglieder und 1. Vorsitzender für viele Jahre, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. An dieser Stelle ein besonderen Dank an Uwe Lorenz, für sein vorzüglichen Einsatz und sein erfahrenes Wissen, welches er mit in die Landesgruppe gebracht hat.

Die Website der AAH-NRW wird wie bisher von Gabi Kohlhaas betreut. Ihre zwei Fuchsdamen werden im Hundesport und als Begleithunde geführt.

Im nächsten Jahr 2014 stehen folgende Veranstaltungen an: Hüteseminar,
Zuchttauglichkeitsprüfung, sowie Freundschafts- und LV-Hüten.

Nähere Infos und Termine unter : www.aah-nrw.info
Monika Pyplowski