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Am 2. September 2018 findet das diesjährige NRW-Landeshüten statt, in diesem Jahr wieder nach VDL-Hüteordnung, d.h. der Hüter oder sein Arbeit­geber muss Mit­glied in einem der deutschen Landes­schaf­zucht­verbände sein, die Rasse der Hüte­hunde ist egal. Dabei kann sowohl mit einem Hunde­gespann oder mit nur einem Hund ge­hütet werden.
Gleichzeitig ist dies Landeshüten auch Freundschaftshüten mit Niedersachsen.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz wird als Schirmherr zwei Vertreter entsenden sowie drei Medaillen für die ersten Plätze vergeben- hoffentlich mehr als nur eine Geste, um die Bedeutung der Tradition von Hütewettbewerben für die Bewältigung des Schäferalltags mit den Hütehunden darzustellen. 

18.-20.  August Bundesschau maedi-unverdächtige Schafe -
                        Hude, Oldenburg

26./27. August Bundesschau Jakobschafe - Haus Riswick, NRW

28.-20.  August Schaftage NRW - Haus Düsse, NRW

01. September Landschaftag in Verden, Niedersachsen

02. September Landeshüten NRW AAH-VDL- Betrieb Liese, Huxel-                       der beste Hüter aus NRW qualifiziert sich für das   

22./23. September VDL-Bundesleistungshüten -
                              Betrieb Holger Banzhaf, 89547 Gerstetten-                              Heldenfingen, Baden-Württemberg
Ge­rich­tet wird nach der VDL-Hüte­ordnung, d.h. der Hüter oder sein Arbeit­geber muss Mit­glied in einem der deutschen Landes­schaf­zucht­verbände sein, die Rasse der Hüte­hunde ist egal. Dabei kann sowohl mit einem Hunde­gespann oder mit nur einem Hund ge­hütet werden. Um den Meister­titel „Hüten mit einem Hüte­hund“ zu ver­ge­ben, müssen min­des­tens drei Hüter für die­sen Wett­be­werb ge­meldet sein. Ist das nicht gewähr­leistet, star­tet der Hüter in der anderen Ka­te­go­rie ("Hüten mit Ge­spann") und die Be­wer­tung eines Hundes geht in die Gesamt­punkt­zahl ein.)

12.-14. Oktober   17. Internationale Milchschaffachtagung Hannover

13.-16. November Eurotier, Hannover




Am 26. August fand im Rahmen des Riswicker Familientages die Bundesschau Jakobschafe 2018 statt, unter tatkräftiger Mithilfe der Kreistierzüchtervereinigung unter Keitung von Hans-Josef Geurtz, die nebenan eine Kollektion verschiedenster Schafrassen demonstrierte und die Infrastruktur für die Schafe auf- und bis in die Nacht auch wieder abbaute. Nebenan zeigte Friedhelm Hoss mit weit über siebzig Jahren die Kunst der Schur. Keines der Bentheimer Landschafe aus dem Betrieb Holtkamp kam ungeschoren davon. Der Wollberg allerdings war kleiner als gewöhnlich, denn Moderator Heinrich Wessendorf motivierte launig Groß und Klein zum Mitnehmen des wertvollen Naturproduktes , sei es zum Basteln im Kindergarten oder als Dünger fürs Blumenbeet und sorgte am Verbandsanhänger für Informationen über die Schafzucht in NRW
Die überschaubare, aber sehr agile Interessengemeinschaft der Jakobschafzüchter Deutschlands stellte nach viel Vorarbeit unter Führung von Ute Sprock und Thomas Haffner eine bunte Kollektion aus 42 Mehrhornschafen vor, die von den Preisrichtern Theo van Kilsdonk aus den Niederlanden und Andreas Humpert, NRW, beurteilt wurden. Die Preisrichter hatten viel Spaß bei ihrer Arbeit und tauschten sich intensiv aus, hoben die Qualität der einzelnen Tiere hervor und vermittelten Informationen über genetische Notwendgkeiten.
Sechs Betriebe stellten sich dem Wettbewerb: Hildegard Foerster-Dalchow aus Sottmar in Niedersachsen, Thomas Haffner aus Essen, Familie Lückhoff aus Bülow in Mecklenburg Vorpommern, Dirk Priebe aus Nordsehl in Niedersachsen, Ina Schuster aus Schöppingen und Ute Sprock aus Voerde.
Bei den Lammböcken hatte die Katalognummer vier aus der Zucht Sprock die Nase vorn, und das 1a Tier bei den Mutterlämmern, Katnr.20, stammte aus diesem Betrieb. Bei den weiblichen Jährlingen bestach das Tier mit der Nummer 29 aus der Zucht Priebe, das in Farbverteilung und Behornung den gewünschten Typ verkörperte (VDL-Plakette). Die 2-und 3-jährigen vertrat am besten Katnr. 37 aus dem Betrieb Haffner,  bei den 4 bis 7jährigen lag mit Nr. 45 ein Tier von Sprock an der Spitze. Dass diese alte Rasse insgesamt langlebig ist, stellten die Mutterschafe der Kategorie 8 Jahre und älter eindrucksvoll unter Beweis. Die Nr. 48 aus der Zucht Sprock errang hier den 1 a- Preis, gefolgt von der 49 aus der Zucht Lückhoff, die mit dem Titel des fruchtbarsten Mutterschafes geehrt wurde. Thomas Haffner, der die Veranstaltung moderierte, hob als Höhepunkt die folgende Konkurrenz der Böcke hervor, nicht aus Mangel an Emanzipation, sondern einfach der Optik wegen. Und in der Tat sind diese Gehörne sehr eindrucksvoll, wobei auch gewünscht ist dass der Bock sich in der Größe deutlich von den Muttern unterscheidet. Es waren nicht nur die Springqualitäten des in der Schweiz gezogenen Bock Katnr. 9 (Lückhoff), die ihn auf den 1a Rang gelangen ließen (VDL-Plakette). Gefolgt wurde er von einem schicken, zweihornigen Bock, Katnr.12 (Priebe), der den gewünschten Rahmen mit zu reichlichem Gewicht ausfüllte und daher nicht vorn lag. Bei den älteren Böcken rangierte der rahmige Bock Katnr. 15 (Sprock) knapp vor Nummer 14 (Haffner).
Die Preisrichter erklärten sehr einleuchtend, worauf es neben der gewünschten Farbverteilung und dem Gehörn in seiner gesamten Ausrichtung noch ankommt, kleine Tips zum Vorstellen eines Schafes kamen hinzu. Und so wunderte man sich nicht, dass beim Vorstellen der Sammlungen auch auf die korrekte Anordnung der Tiere nebeneinander Wert gelegt wurde. Ein Einzeltier herauszubringen, ist eher möglich als drei Nackommen eines Vaters oder einen Bock und zwei passende Schafe aus einem Betrieb so darzustellen, dass züchterisches Auge und züchterischer Fortschritt klar erkennbar sind. Dies gelang als schönes, buntes Bild im Ring mit den Gruppen aus allen Zuchtbetrieben.
Bei den Nachzuchtsammlungen lag der Betrieb Priebe vorn, gefolgt von Haffner und Foerster. Bei den Bock /zwei Muttern Gruppen siegte der Betrieb Lückhoff (VDL-Plakette), gefolgt von Foerster und Priebe. Bester Bock der Veranstaltung wurde Katnr. 15 von Ute Sprock, bestes Mutterschaf und Tagessieger der Veranstaltung Katnr.29 von Familie Priebe, die mit einer Silbermedaille geehrt wurde.
Gut herausgebrachte Tiere machten Lust auf mehr. Schön, dass diese Bundesschau in NRW stattfinden konnte. Danke allen Engagierten.




Bocklämmer

 

      



Mutterlämmer



        Jährlingsmuttern
Rang Kat.Nr. Besitzer
1a 4 Sprock 20 Sprock 29 Priebe
1b 2 Haffner 25 Sprock 31 Haffner
1c 1 Haffner 19 Haffner 30 Priebe
1d 5 Haffner 24 Sprock 27 Priebe
1e 3 Schuster 23 Haffner 32 Haffner
1f 18 Sprock 26 Schuster
1g 22 Sprock
1h 21 Haffner
Muttern 2-3 Muttern 4-7 Muttern 8 plus
1a 37 Haffner 45 Sprock 48 Sprock
1b 38 Foerster 44 Sprock 49 Lückhoff
1c 34 Priebe 41 Schuster 50 Schuster
1d 33 Foerster 47 Haffner
1e 35 Foerster 46 Lückhoff
1f 36 Foerster 42 Lückhoff
1g 40 Schuster
Böcke 1-2 Böcke 3 plus
1a 9 Lückhoff 15 Sprock
1b 12 Priebe 14 Haffner
1c 6 Schuster
1d 8 Sprock
1e 10 Sprock
Nachzuchtsammlung Züchtersammlung
1a Priebe Lückhoff
1b Haffner Foerster
1c Foerster Priebe
1d Sprock Haffner
1e Haffner Sprock
1f Schuster


Züchter, Siegertiere und Richter
wunderschön, aber zu gewichtig

Am 2.9. fand in Schmallenberg-Huxel das diesjährige VDL-AAH-Landesleistungshüten statt. Ein gut einsehbares, weitläufiges Gelände mit einer echten Brücke und eine passend vorbereitete Herde stellte der Betrieb Johannes und Elena Liese zur Verfügung. Für viele Schafhalter unter den zahlreichen Besuchern war das satte Grün des Hütegeländes wie ein Anblick aus längst vergangener Zeit, doch auch im Betrieb Liese stehen die meisten Schafe auf eher gelbbraunen Böden. Vielleicht kann der Regen der vergangenen Tage etwas retten.
Johannes Liese stellte den Vorhüter der Herde. Das undankbare erste Los zog der Senior des Hütens, Alfons Pieper aus Wickede Ruhr, der mit seiner Hündin Jette nicht recht in Kommunikation mit der Herde kam und das Hüten abbrach. Als zweiter startete Frank-Peter Enseroth aus Dillenburg in  Rheinland-Pfalz mit den Hunden Falko und Lex. Dritter Starter war Michel Tigges aus Olpe mit Jette und Onno. Nach der Mittagspause am Kuchenstand der AAH oder bei Würstchen und Getränken, angeboten vom Freundeskreis von Lieses- schöne Infrastruktur mit Grillhütte und sogar einer kleinen Schar Streichelziegen- startet als vierter Michael Prediger, ebenfalls aus Rheinland-Pfalz, aus dem Städtchen Spangenberg. Er arbeitet mit Lutzi und Bella, den einzigen Füchsen dieses Tages.
Als letzte machte sich Hüterin Kathleen Rodemeier mit Gelbbacke Kelez auf den Weg vom schattigen Pferch über die mittlerweile gewohnte, aber für die Schafe allmählich auch langweilige Strecke (der Vorteil der Gewöhnung an den Parcours dürfte durch die sinkende Bereitschaft, das Spiel mitzumachen, neutralisiert werden).
Die bewährten Hüterichter Günther Lutz (Marburg), Ralf Bauer (Marsberg) und Christian Amend (Sinsheim) beobachteten jede Aufgabe mit kritischen Auge. Am Ende sahen sie Frank Peter-Enseroth auf dem ersten Platz. 95,5 Punkte (42 für den Hüter, 38 für den Haupthund und 12,5 für den Beihund)  bzw. 83,04 % -die Prozentrechnung muss erfolgen, wenn nach der VDL-Richtlinie Hüter mit nur einem Hund antreten. (Hüteordnung unter https://www.a-a-h.org/download.html).
Den zweiten Platz errang Kathleen Rodemeier mit 75 Punkten/Prozent (41/31). Damit ist sie berechtigt, NRW beim Bundesleistungshüten am 22./23.9. in Baden-Württemberg (Schäferei Banzhaf, Gerstetten-Heldenfingen) zu vertreten.
Der dritte Platz ging an Michel Tigges mit 84 Punkten (38/36/9,5) bzw. 73,47 %.
Vierter wurde Michael Prediger mit 78,5 Punkten (36, 27,5, 12) und 68,26 %.
Die Kommentierung von Günther Lutz zu den einzelnen Leistungen der Hüter und der Hunde war sehr deutlich und verband Kritik und Motivation für die Plazierten, die wir sicher bei zukünftigen Hüten wiedersehen. Die Gäste aus Niedersachsen konnten leider nicht wie geplant als Freundschaftshüter teilnehmen; über gemeinsame Aktionen von Rheinland-Pfalz und NRW wird gerade nachgedacht.
Sachpreise für Mensch und Tier wurden wie jedes Jahr über AAH und Schafzuchtverband NRW sowie Klaus Fasshauer gesponsort - in diesem Jahr allerdings gab es eine Besonderheit: das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz (MULNV) hatte drei Medaillen gestiftet als Zeichen für die Wertstellung der Schäferei. Dr. Jan Dietzel und Dr. Torsten König überreichten die verschieden großen, vergoldeten Anerkennungen und zeigten auch hier ihre Verbundenheit zur Schafhaltung.
Danke an alle Beteiligten für eine schöne Veranstaltung, die eindrucksvoll demonstrierte, was es an Hütetechnik braucht, um auch heute noch Schafe zu ihren Einsatzorten für unsere Landschaft zu führen.
 

altdeutscher Tiger im Zuschauerbereich
Hunde, Hüter, Richter

Bild könnte enthalten: im Freien

Ich möchte gern „nicht Letzter“ werden

So formuliert die junge Schäferin Marie-Kathleen Rodemeier, die beim VDL-Bundesleistungshüten 2018 für NRW antritt, ihr Ziel für die Veranstaltung in Baden-Württemberg. Am 22.und 23.September treten die besten Hüter der Bundesländer auf dem Betrieb Banzhaf in Gerstetten-Heldenfingen gegeneinander an.
Als beste NRW-Hüterin 2018 (wie auch 2017) stellt sich Kathleen Rodemeier einer großen Herausforderung: die meisten Kollegen haben langjährige Erfahrung bei Bundeshüten-
da wäre Letzter zu sein keine Schande.
Aber so tickt sie nicht, diese Schäferin. Von der Pike auf gelernt, schnuckengeprägt.
Von Anfang mit ihrem Gelbbacken Kelez- auf verschiedensten Betrieben immer mit Schafen.

Seit Mitte des Jahres arbeitet sie bei der Unteren Naturschutzbehörde (gut, wenn da auch Praktiker aus der Landschaftspflege sind). Eine gewisse Sicherheit, geregelte Arbeitszeiten, freie Wochenenden. „So habe ich Zeit für die Schafe. Das verstehen nur landwirtschaftlich Bekloppte“. Von einer Arbeit in die nächste, für den Ausbau des Familienbetriebes, noch im Nebenerwerb.
140 Muttern: Schwarzkopf in Reinzucht, Coburger Füchse im Herdbuch.
Einen ebenso schaf- (und hüte-) begeisterten Partner gibt es.
Und eine Grundeinstellung:
„Man muss den anderen nichts beweisen, man muss nur für sich selbst das Passende finden“.

Passt schon- viel Glück!           Kathleen Rodemeier mit Martin Winz, Landeshüten NRW 2017