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Porträt des Monats -

 

hier stellen wir, thematisch nicht weiter festgelegt, Interessantes
aus dem Umfeld  unseres Wirkens in Bild und Text vor.
Und haben uns damit kräftig unter Druck gesetzt,
daran erkennbar, dass es manchmal nicht klappt
bei den vielen anderen dringender zu erledigenden Dingen

 

 

 

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Weihnachten vorbei- ein Jahr Ruhe damit. Wäre doch schön, wenn sich was änderte, wenn sich was verändern könnte, wenn wir uns veränderten und etwas in Bewegung brächten…Dazu fiel mir eine kleine Geschichte in die Hände, die mich sehr berührt hat (nebenher auch einen herzlichen Kontakt zum Autor und seiner Frau hergestellt). Nehmen wir sie als Anstoß für das neue Jahr:

 

Als ob die Hirten einen anderen Herrn hätten

©Josef Reding, „Kein Platz in kostbaren Krippen“, Georg Bitter Verlag 1979-
mit freundlicher Genehmigung des Autors

 

Brief des Pächters Ibrahim an Ben Charub, Eigentümer eines Grundstückes mit Stallungen vor Bethlehem.

Mächtiger, gefürchteter und geliebter Ben Charub!
Die drei Drachmen Pachtzins überbringt Dir hiermit wie alljährlich um diese Zeit als Bote mein begabter Neffe Lom. Zum Geld aber habe ich Dir einen Brief beilegen müssen für diesmal, einen Brief, den ich dem Schriftkundigen Echail aufgesagt habe, wobei ich ihn um mögliche Kürze bat, da er sich jedes Wort bezahlen lässt- der Schlaufuchs- und oft ins Blumenreiche gerät.
Großer Ben Charub, auf Deinem Grundstück und in dem Stall, den Deine Güte und Menschlichkeit mir zur Pacht überlassen haben, ist Ungewöhnliches geschehen. Ich möchte gleich bitten, erhabener Eigentümer, die Ursachen dieser Geschehnisse nicht bei mir zu suchen. Ich bin nur Pächter und habe schon Mühe, mich in meiner Familie und meinem Hauswesen durchzusetzen- Du kennst mein Weib Rachel- und ich besitze nicht einmal einen Abglanz von der Stärke unseres unvergleichlichen Kaisers Augustus, der die Volkszählung anordnete. Mit dieser Volkszählung begann alles, was dein Grundstück und Deinen Stall in Mitleidenschaft gezogen hat. Es kamen Scharen von Auswärtigen in unseren Ort, wenige Bekannte nur, die meisten wildfremd. Die Menschenmengen brachten Unruhe in unsere Gassen und schreckten auch nicht vor den Schwellen unserer Häuser zurück, wenn sie Speise oder eine Schlafstatt brauchten. Manche beriefen sich auf verwandtschaftliche Bande, an die sich bei uns kaum jemand erinnern konnte.
Zu mir kam zum Beispiel ein gewisser Joseph, der behauptete, vor vierzig Jahren in meinem Hause geboren und ein Vetter von mir zu sein. Das mochte stimmen- oder auch nicht. Im Gesicht konnte ich eine Familienähnlichkeit nicht ausmachen; nun, der Mann sah etwas struppig, aber sonst harmlos aus.
Er hatte ein junges Mädchen bei sich, das ein Kind erwartete. Nach einigem Zögern wollte ich sie einlassen, als Rachel mich von hinten anstieß und mir zuflüsterte, welche Scherereien die beiden uns ins Haus bringen würden: Aufregung, Arbeit und Lauferei.
Und da Rachel in solchen Dingen und allen anderen recht hat, musste ich bedauernd die Schultern heben und die Tür langsam wieder zumachen und dann fest verschließen.
Und dieser Joseph und seine Frau müssen es gewesen sein, die ohne Erlaubnis Deinen Stall aufgesucht und sich für einige Wochen darin eingerichtet haben. Und die Frau hat ihr Kind dort zur Welt gebracht.
Wie gesagt, von mir aus hatten sie für nichts eine Erlaubnis, aber wer fragt denn heutzutage schon nach der Erlaubnis eines Pächters. Wenn’s wenigstens noch der Eigentümer gewesen wäre! Mit einem Wort: es waren Stallbesetzer!
Nun haben diese beiden, dieser Joseph und seine Frau, den Stall recht ordentlich gehalten, manches sah nachher sogar besser als vorher aus: die Tür war instandgesetzt und vier Dachsparren waren säuberlich geflickt; der Mann muss handwerkliches Geschick haben. Aber dafür fehlte einiges an Futtergetreide, und auch ein paar Strohgarben waren zerlegen und zu Häcksel geworden.
Und dieses Paar und das Kind müssen viele Besucher gehabt haben, ganze Volksscharen von Besuchern: der Vorplatz ist arg zertrampelt, und mehrere Feuerstellen haben das Gras bis zur Wurzel versengt. Das dauert Jahre, bis da was nachwächst. Von der Handelsstraße bis zum Stall ist ein richtiger Weg entstanden, was für uns unangenehm ist, da jetzt manche Reisenden irregeführt werden und den neuen Pfad entlanggehen in der Hoffnung, auf eine Karawanserei zu stoßen.
Aber das Schlimmste sind nicht diese äußeren Veränderungen. Da ist in  den Dingen selbst etwas anders geworden: im Holz, in den Gräsern, tief im Boden, in den Tieren- ja, und in den Menschen, Ben Charub, Du Kenner der Menschen in ihren Unarten und Eigenarten.
Als ich im Stall nach dem Rechten sah und die Hirten über die Vorgänge zur Rede stellte, kümmerten sich diese Männer kaum um mich. Sie ließen den früheren angenehmen Gehorsam vermissen. Sie blickten durch mich hindurch und sahen aus, als ob sie nicht mehr meine Bediensteten, sondern anderweitig Beschäftigte wären. Ich kann es nicht richtig erklären. Vielleicht doch: die Hirten sahen aus, als ob sie einen anderen Herrn angenommen hätten.
Da müsstest Du, edler Charub, als rechtmäßiger Eigentümer dieser Gegend und ihrer Menschen doch sofort etwas unternehmen!
Das Paar und das Kind sind schon seit einiger Zeit fort. Die Familie soll plötzlich aufgebrochen und bei Nacht über die Grenze gegangen sein.
Seit der Flucht dieses Josephs und seiner Frau und dem Kind fehlt auch mein Esel Guman, den ich in Deinem Stall stehen hatte. Aber ein Hirtenjunge brachte mir eine Nachricht von dieser Familie: sie habe den Esel dringend gebraucht, und hier sei die Bezahlung, ein Stückchen Gold.
Nun, der Kaufpreis war ja reichlich, und ich habe mir von dem Goldstück ein stärkeres Tragetier als diesen klapprigen Guman angeschafft, so dass wir diese Angelegenheit rasch vergessen können.
Nur das mit den veränderten Menschen, das solltest Du hier auf Deinem Grund und Boden überprüfen lassen. Ich sehe Deiner Ankunft entgegen und bin bis dahin
Dein dankbarer und besorgter Pächter Ibrahim

 


Während wir mit dem Wolf beschäftigt sind oder beschäftigt werden, geraten viele Dinge in Vergessenheit. Zuchtarbeit muss genauso weiter geleistet werden wie die Diskusion um gerechte Entlohnung der Kulturlandschaftspflege mit allen positiven Nebeneffekten- angemessene Preise für die Produkte der Schafhaltung und Strukturen, die dies Feld auch für junge Menschen ausreichend attrakiv machen: nur ein Teil der anstehenden Themen.

Natürlich geraten wir durch den Wolf endlich einmal in den Fokus, so dass man unsere Anliegen hören kann, wenn man denn möchte.

Gleichzeitig geraten wir ins Kreuzfeuer gegensätzlicher Grundinstellungen, denen wir selbst mit unserer Arbeit oftmals herzlich egal zu sein scheinen. Oder zwischen Kollegen.

Standdienst am VDL-Stand auf der Grünen Woche 2019 in Berlin. Viele interessante Gespräche, weniger Gäste insgesamt, aber auch weniger Geschwätz.Unsere Informationen, versuchsweise sachlich verpackt, erreichen viele Menschen.

Aber auch dies: da kommt jemand aus dem Umfeld des BMEL und erklärt mir, in den Reihen der Schafhalter gäbe es Verräter...welche? ...na die, die ihre Schafe schützen, am schlimmsten die, die Herdenschutzhunde halten oder gar züchten. Jawoll- so einer steht vor Ihnen.

Natürlich kennen wir die Diskussion auch aus den eigenen Reihen. Noch nie hat eine Gruppe lautstark Vorwürfe gemacht, weil ein Kollege gute Böcke oder gängige Hütehunde züchtet. Kein Zaunhersteller kriegt Prügel für Verbesserungen.
Es muss die Ohnmacht sein, sich einem vielfach geschützten Tier gegenüber so wehrlos zu fühlen, die einen gar nicht erst anfangen lässt. Die ewige Frustration, allein dazustehen.
Abgesehen von unserer Verpflichtung, uns nach Kräften um unsere Tiere zu bemühen, moralische wie gesetzliche Verpflichtung- wir müssen es doch zumindest versuchen. Was bei wem funktioniert, wo und wie lange- niemand weiß es. Aber nichts zu tun?

Das nächste aktuelle Schlagwort heißt: "wolfsfreie Zonen". Hört sich gut an. Die können doch gut auf Truppenübungsplätzen leben (auf denen gerade die Schafe ihre Arbeit zum Biodiversitätserhalt verrichten). Vor Jahren erklärte jemand aus Niedersachsen, da sei kein Platz für Wölfe- aber in Rheinland-Pfalz. Toller Kollege- Sankt Florian lässt grüßen.
Wer entscheidet, was wolfsfrei ist und wer die berühmte Karte gezogen hat?
Wer garantiert, dass beim Überschreiten dieses oder jenes Breiten-/Längengrades der Wolf auf seiner Seite der Grenze gehalten wird? Warnschilder? Piktogramme? "Das machen die Jäger". Klar, die bekommen nicht einmal die Wildschweine aus bestimmten Bereichen ferngehalten..."dann kriegen sie eine Prämie pro Wolf!"...
ich mag das nicht weiter diskutieren. Das Ziel, darzulegen, dass es keine geeignete Region gibt- es ist nachvollziehbar.
Aber nicht mehr umzusetzen.

Natürlich müssen bestimmte Gebiete möglichst ohne Wölfe sein, Deichzonen z.B. Eine gewisse Scheu mag sich durch rechtzeitige Schüsse ergeben, aus denen der Wolf lernt, sich aus der Region fernzuhalten. Bisherige Vergrämumgsmaßnahmen waren eher nicht erfolgreich. Natürlich blebe ich sekeptisch- ich bin Schäfer.

Für mich ist der richtige Ansatz, intelligenter zu schützen, auch noch keine Garantie. Die Versuche dazu sind- erstmal Versuche. Die auch nicht immer und überall greifen werden. Und garantiert nicht greifen, solange sich ganz viele daran nicht beteiligen.
Natürlich muss es das dafür erforderliche Geld geben. Aber die Einsicht, möglichen Schutz auch umzusetzen , kauft keines der Programme, die in der Pipeline stecken, viele reiner Aktionismus, oder ein anderer hilfloser Versuch, etwas zu unterstützen, dessen Basis man noch gar nicht begriffen hat.

So scheint mir der einzige offensive Einstieg, das Konfliktpotential zwischen Weidetier und Beutergreifer zu verringern, der politische Mut, Wölfe, die Herdenschutz überwinden, zu entfernen. Sollte der Übeltäter partout nicht herauszubekommen sein, dann eben die ganze Familie. Genetisch kein Verlust, vor allem, wenn man aufhört, jede Gruppe separat zu betrachten, ohne Hinsicht auf ihre Verwandtschaft.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung: wenn eine FFH-Art eine andere bedroht, muss sie sie nicht mehr komplett ausrotten, damit jemand beginnt, nachzudenken- zukünftig genügt eine ernsthafte Gefährdung. Ist schon mal was- fehlt nur, wie so oft, die Definition, die mehr als nur lokal verbindlich ist.
Weitere sind in Arbeit, auf vielen Ebenen. Hoffentlich verlieren wir nicht zuviel gute Betriebe, bis da endlich mal etwas greift, es dauert viel zu lange.
Darauf zu warten, dass ein Wahlkämpfer mit Wunderwaffe vorbeigeflogen kommt, um uns zu retten, kann es kaum sein.
Seit Jahrtausenden nehmen wir unser Schicksal in die Hand, gegenüber welcher Herausforderung auch immer. Da wir uns legal nicht mit Gewehren wehren dürfen- und aus Gründen der Glaubwürdigkeit auch keine Umwege hierzu akzeptieren sollten- intellektuell erreicht man ab und an verbliebene Köpfe. Mitstreiter, die etwas mehr begriffen haben als andere, an vielen unerwarteten Ecken. Eigentlich kann sich keine Denkender der Argumentation entziehen, dass Schutz etwas Ausbalanciertes sein muss, dass nicht einseitig regeln kann. Damit wäre schon viel erreicht.
"Glauben Sie das tatsächlich?" Ich hoffe es.

Verbände der VDL

Die Rollups der VDL

Frohe Weihnachten allen Lesern unserer Seite-
mit den Hirten, die auf den Frieden der Erde warten-
mit den Hirten, ohne die der Friede der Erde nicht denkbar ist-
es dürfte seine Gründe haben, warum sie zuerst an der Krippe waren,
vor Königen, Weisen und anderen Gästen-
nicht unbedingt, weil sie wichtiger oder bedeutsamer als jene wären,
sicher aber, weil sie wichtig und bedeutsam sind
und bleiben müssen.

(c)schaeferei-humpert.de


 

 

November 2018 - es regnet. Bei uns auf Flächen ohne Aufwuchs. Dem Grundwasserspiegel nutzt es zunächst noch nicht so recht; das Meiste fließt oberirdisch ab. 
Woanders gibt es noch eine Handbreit Futter, teilweise auch mehr.
Manche bekommen Futterflächen angeboten, wo eine Mahd nicht mehr lohnt, vielleicht reicht es bis ins neue Jahr.
Die Gedanken kreisen- wer ist tragend geworden in dieser Zeit?
Wer wird es noch? Werden genug Lämmer geboren, und haben sie ausreichend Reserven aufbauen können?
Welches Grünland wird sich zur Saison 2019 erholt haben? Wo sind Lücken entstanden, in denen dann aufläuft, was man nicht brauchen kann- was möglicherweise sogar zu Anlastungen führt? 
Reicht das eingebrachte Winterfutter? Der erste Schnitt war hier in Ordnung, einen zweiten hat es nicht gegeben. Kollegen haben den ersten verkauft, in der Annahme, der zweite reichte ihnen...
Die Preise explodieren, doch selbst wenn das Geld zur Verfügung stünde, wäre vermutlich kaum etwas zu bekommen.
Dürrehilfenanträge brauchen Schafhalter nicht zu stellen- zwar sind sie gebeutelt von diesem Sommer, aber sie können die erforderlichen Nachweise über die Erntemengen der drei vorangegangenen Jahre nicht beibringen. Wer weiß schon die genauen Erträge seiner Weiden- satte, runde Schafe reicht als Eintrag ins Formular nicht.

Wir sichten Fotos für die neuen Kalender. Blühende Pflanzen haben Seltenheitswert. Verdorrte Flächen und leergefallene Teiche will vermutlich auch keiner sehen. Der Mohnkalender fällt aus. Es zeigt sich, dass es viele interessante Licht-Momente gegeben hat in diesem so trockenen Sommer- also andere Motive, aber immerhin Motive.
Ein ungewöhnliches Jahr, daran wird auch der Dezember nichts mehr ändern. Vielleicht muss man die Perspektive wechseln. Bei unsicherer Zukunft ein toller Ratschlag- jedoch wahrscheinlich der einzige, der weiter führt.(c)schaeferei-humpert.de


 

Obst- das funktioniert in diesem Jahr. Im Oktober sind die Quitten in rauhen Mengen zur Verarbeitung parat. Die Quitte (Cydonia oblonga) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosenartigen, wie auch Äpfel oder Birnen. Diese werden auch mit Quitten in Verbindung gebracht, allerdings bezeichnet Apfel- oder Birnenquitte nur die Form der Quitte und keine Kreuzung daraus. 
Bei uns im Betrieb werden Quitten gesammelt, gelagert, entsaftet und auf Flaschen gezogen - und irgendwann verarbeitet. "Hilfe" beim Sammeln leisten die Herdenschutzhunde, denen diese Früchte zwar nicht schmecken, die aber dennoch damit spielen (für die Schafe sind sie uninteressant). Bei jeder Ernte in den Schafweiden muss man irgendwelchen Vierbeinern alle Früchte abtrotzen:

(c)schaeferei-humpert.de

Quitten gibt es in rund 200 Sorten, die wenigsten davon sind allerdings roh geniessbar. Der filzige Flaum auf der leuchtend gelben, extrem harten Schale ist nicht appetitanregend, und wenn man das Innenleben nicht zur Saft verarbeiten will, braucht es einiges an Aufwand.

Ursprünglich stammt die Quitte aus Westasien und soll im Kaukasus schon vor rund 6.000 Jahren angebaut worden sein. Im antiken Griechenland wurde die Quitte erstmals um 600 v. Chr. beschrieben. als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit.

Vitamine (C, B1, B6, E) und Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Kupfer), Pektine und Antioxidantien sind in den angenehm duftenden Früchten enthalten, die so für das Immunsystem und gegen Entzündungen nutzbar sind, traditionell ebenso für Verdauungsprobleme aller Art. Medizinisch werden vor allem Quittensamen genutzt, inwendig ist die Quitte vielfältig zubereitet ein leckerer Unterstützer gesunder Lebensweise. Marmelade, Mus, Gelee oder auch das sog. Quittenbrot aus eingedicktem, gezuckerten und gedörrtem Mus, eine traditionelle Weihnachtsleckerei.

Offenbar stärkt allein das Spiel mit den rohen Früchten den Kampf-und Spielgeist junger Hunde...

(c)schaeferei-humpert.de


 

Der September gilt natürlich dem, womit wir uns zwei Monate neben vielem anderen extrem beschäftigt haben (und nein, das Oktoberporträt wird kein Reichsformat-Ziegel )

 
 

Der Wesersandstein-  gebrochen auch Sollingplatte oder Höxter-Platte- auf unserem Dach ist er wieder gut befestigt, mit Kupfernägeln, damit er nicht ins Rutschen gerät.

Kupfernagel auf Sollingplatte

In die Zeiten der Trias vor gut 245 Millionen Jahren reicht die Entstehung des Wesersandsteins zurück. Über die Flüsse aus Süden herangebrachte Sande lagerten sich im Gebiet des heutigen Weserberglandes ab. Dort herrschte vorzugsweise trockenes und heißes Klima mit nur zeitweisen, dann aber heftigen Niederschlägen. In den folgenden Jahrmillionen lagerten sich verschiedenste Gesteinsschichten an, die ein enormes Gewicht entwickelten. Unter dem Druck dieser Schichten verdichteten sich die alten Sandschichten nach und nach zu Sandstein.

Während des Tertiärs hoben sich viele Gebiete in Mitteleuropa, auch das sog."Solling- Gewölbe" im heutigen Südniedersachsen und Nordhessen- hiedurch wurden die Deckschichten wieder weitgehend abgetragen, und die Weser schnitt sich im Verlauf der letzten Millionen Jahre in die Buntsandsteinschichten zwischen Solling und Weser ein (durchschnittlich 20 Zentimetern pro Jahrtausend).

Wesersandsteine sind wenig porös und bestehen vorzugsweise aus Quarz. Ihre rötliche Färbung stammt von den Eisenerzmineralen Limonit (Brauneisen) und Hämatit (Roteisen). Ein hartes Gestein, das wenig verwittert und wie in unserem Fall sogar richtig gut wiederverwertbar ist, neu behauen und nach Größe sortiert verlegt.

.Es wird fertig...

 
Im Mauerwerksbau wurde der Wesersandstein mindestens seit dem 11. Jahrhundert verwendet- als Bruchstein und Werkstein(Haustein). Bruchsteinmauerwerk und Werksteinmauerwerk/Quadermauerwerk findet man als Schichtmauerwerk in reglmäßiger oder unregelmäßiger Form. Seit dem 15. Jahrhundert wurde spaltfähiges Material mit Keilen oder durch Bewitterung (sog."Frostsprengung") gespalten und als Spaltplatten (Spaltstein) zur Herstellung von Dachplatten und Fassadenplatten (Fassadenbehang) verwendet. Zum Bau von Klöstern oder Burgen wurden alledings bereits im Hochmittelalter Sandsteine als Material verwendet. Ihr Abbau erfolgte in Steingruben in direkter Nähe der "Baustelle" lagen, ungeachtet der Steinqualität. Nicht verwertbarer Abraum wurde auf sog. "Kummerhalden" verbracht, die man zugewuchert noch in der Nachbarschaft größerer Bauwerke finden kann.

In den Wesersandsteinen der Karlshafen-Schichten tritt Glimmer in außergewöhnlich hohem Maße und gleichmäßig geschichtet auf. Dadurch ist es möglich, mit Keileisen und Fäusteln bis zu ein Zentimeter dicke Platten abspalten zu können.
Die Nutzung dieser Sandsteinplatten ab dem 17. Jahrhundert zur Dacheindeckung, teilweise auch zur Verschindelung von Hausfassaden ist typisch für den Baustil in der Region.
Noch heute wird die Verlegung solcher Dach- und Behangplatten vorzugsweise bei der Wiedereindeckung von denkmalgeschützten Gebäuden durchgeführt. Dickere Platten, sogenannte "Lege- oder Dehlsteine", dienten als Fußbodenbelag in Wohnhäusern, Ställen, Kirchen und Schlachthöfen.

Steinbrüche, in denen zielgerichtet bestimmte Qualitäten abgebaut werden, gibt es im Bereich des Wesersandsteins erst seit dem 19. Jahrhundert.

Ausschließlich Gruben mit hochwertigen Steinen wurden Basis für spätere Steinbrüche, deren Lage im Bereich der Weser- und Diemelmündung es erlaubte, behauene Steine mittels Rutschen auf Lastkähne zu verladen und stromauf-wie abwärt zu den Schloss-Baustellen der Weserrennaissance zu transportieren. Diemelaufwärts übernahm dies ab 1848 die Carlsbahn, die erste Eisenbahn im Kurfürstentum Hessen - entlang der Weser ab 1873 die Sollingbahn. Steinbrüche, die diese Transportwege nicht nutzen konnten, wurden aufgegeben.

Im Raum Bad Karlshafen befinden sich heute noch fünf produzierende Wesersandsteinbrüche. Die hier mit modernen Maschinen gebrochenen Roten Wesersandsteine sind von hoher Qualität und werden fast ausschließlich zu Restaurierungszwecken verwendet.

Das enorme Gewicht der Dachplatten hält Stürmen gut stand. Im Gegenzug sorgte es oft für Verschiebungen im Dachstuhl. Eisennägel hielten nicht, und wenn so ein Dach ins Rutschen kam, wurde es oftmals gegen Tonziegel oder womöglich Beton ausgetauscht. 
Wir freuen uns sehr, dass viele Steine wieder genutzt werden konnten- auch wenn es aus Kostengründen nicht möglich war, das ganze Dach wieder in Sollinsandstein zu decken.

 
Soweit die Steine reichen...
 
Das Welterbe Corvey, die Kilianikirche in Höxter, die Werratalbrücke bei Hannoversch Münden oder auch das Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel sind Bauwerke, in denen viel Solling-Sandstein verbaut wurde. Aber auch in der gesamten Region findet sich der Sandstein noch an vielen privaten Gebäuden.
Oft wurden die Steine auf der Weser bis Bremerhaven und von dort nach Übersee verschifft. Näheres zu dieser Geschichte unter:  

 

Überlebenskünstler möchte ich im August porträtieren, ohne weitere Kommentare- beispielhaft für all jene, die es trotz Dürre schaffen, zu blühen, zu wachsen oder zu reifen. Stärke, Stabilität trotz gewisser Anpassungsfähigkeit, Findigkeit für alternative Möglichkeiten...
das Porträt könnte auch den Schäfern gelten, den Weidetierhaltern, all jenen, die aufgrund mangelnder Angaben für exakte Erntemengen garantiert keine Dürrebeihilfe bekommen (wer weiß schon genau, wieviel gefressen wurde? Das geht nicht in Tanks mit Mengenangabe, das geht in Mägen...). Bechränken wir es auf Tiere und Pflanzen- und machen uns so unsere eigenen Gedanken dazu, wie immer...

jeder auf seine WeiseBlätter hängen- Beeren reifenirgendwer blüht immerFingerkraut-Solitär, klein, aber sogar mit Blüteein Hauch von Blau in der Steppewoher der die nötige Feuchtigkeit zaubert...egal, er lebt


 

kleines Update zum Sturmschaden-

außer einem unverbindlichen Versicherungsschreiben ist nichts gekommen. Wir werden reparieren, sobald dafür eine zeitliche Lücke ist- und der Stadt Höxter eine Rechnung schicken...und auf dieser Seite weiter informieren.

 

der Monat Juli ist geprägt von Trockenheit. 10 Millimeter Regen insgesamt bei uns. 
Schafe können "Heu am Stiel" recht gut verwerten, wenn genug Mineralfutter und jede Menge Wasser da sind. Das bedeutet allerdings ständiges Wasserfahren zu allen Standorten. Damit ist der Tag eigentlich schon gut angefüllt.

In der Annahme, draußen wüchse besseres Futter, wächst die Ausbruchsneigung der Tiere. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, eine gute Erdung für die Elektrozäune herzustellen.
Alles, was an belaubten Ästen und Zweigen verfügbar ist, wird geschnitten und den Schafen gebracht- damit noch etwas anderes grün ist außer dem Mineralfuttereimer.


Sturm Friederike hat im Januar etliche Bäume, die nachfolgenden Stürme dann fast den kompletten Wald zwischen einigen unserer Weideflächen umgeworfen. Einen großen Teil der Bäume auf unseren Festzaun an einer Fläche, in der seit Jahren Herdenschutzhunde eingesetzt werden.
Natürlich haben wir das umgehend gemeldet- zuletzt im Mai, wo dann zumindest eine Aussage kam, nämlich die, dass die Stadt Höxter die Forstarbeiten an eine Firma fremdvergeben habe, deren Bearbeitungsreihenfolge nicht zu beeinflussen sei. Im Juni: Aufarbeitung des Wertholzes, Lagerung am Weg, hurra.
Mehr leider nicht.
Was "über" war, zack über den Zaun- wohlgemerkt, unsere Bäume stehen noch- wir sind kein Forstbetrieb und haben auch keine Möglichkeit, mal eben aufzuräumen oder aufräumen zu lassen, was hier an Schaden enstanden ist oder noch mutwillig (gedankenlos?) verstärkt wurde.
Die gesamte Fläche zu beweiden ist unmöglich, eine weitere Unterteilung mit Elektrozaun geht, unterbindet aber dennoch eine ordnungsgemäße Bearbeitung des gesamten Stückes. Was man uns möglicherweise auch noch anlasten wird.
Dies haben wir der zuständigen Stadt Höxter geschildert, die uns daraufhin schrieb, den Fall an ihre Versicherung weitergegeben zu haben.
Ob wir in einem halben Jahr klüger sind??

 

Anmerkung: ich kriege das Schafbild nicht raus aus der Seite; es gehört zu einem vergangenen Beitrag und will nicht gehen. Dann bleibt es halt. Wenn Schafe nicht mehr bleiben dürfen, wird es eng für die Natur...


erste Bestandsaufnahme im Januar

kein Durchkommen in unserer Fläche


was man nicht vor der Maschine braucht, zack, auch noch aufs Grundstück der Schäferei


nebenan einigermaßen aufgeräumt