Porträt des Monats -

 

hier stellen wir, thematisch nicht weiter festgelegt, Interessantes
aus dem Umfeld  unseres Wirkens in Bild und Text vor.
Und haben uns damit kräftig unter Druck gesetzt,
daran erkennbar, dass es manchmal nicht klappt
bei den vielen anderen dringender zu erledigenden Dingen

 

 

 

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Fransenenzian, unscheinbar


Im August konnten wir uns über die ersten Fransenenziane freuen, die auf den Kalkmagerrasen auftauchten. Unscheinbar, wenn das Tageslicht nicht hell genug ist.  Sie haben die unangekündigten Mähaktionen jener Landschaftspflegeeinrichtungen, die für ihren Einsatz bezahlt werden, fast alle überstanden.
Eine Zeit des vorweggenommenen Anschieds, denn wir haben uns entschlossen, jene Kalkmagerrasen nicht mehr zu beweiden. Trotz der sichtbaren Verbesserungen der Flächen. So haben wir, von wenigen Orchideen angefangen, über die Jahre große Bestände erreicht. Mit Beweidung. Nicht ohne- das Prinzip des Schutzes ist ja in vielen Köpfen noch als Nicht-Nutzung verankert, was in vielen Fällen bestenfalls neutrale Auswirkungen hat. Wir fahren unsere Geräte mangels Wendemöglichkeiten auf den steilen und kurvigen Zufahrten genauso zuschanden wie wir unsere Knochnen demolieren. Es gibt kein Wasser, also muss auch dies ständig transportiert werden. Fallen Bäume auf die Festzäune, so dauert es Monate, bis das in Ordnung gebracht wird. Und bezahlt wird uns dafür- nichts. Allerdings wird einem vorgeworfen, dass die Schäferei nicht genug Gewinn abwirft. Obwohl ja bekannt sein dürfte, dass diese so unersetzliche Arbeit, als die sie z.B, der Bundestag bezeichnet, nicht ausreichend, oft gar nicht honoriert wird. Wie z. B. im KulturlandKreisHöxter.
Wir hoffen sehr, dass unser Nachfolger mit den hohen Kosten klarkommt- und vielleicht sogar bezahlt wird. Und dass es ihm gelingt, die Vielfalt der Natur im Ganzen zu erhalten. Denn auf mancher abgegebenen Fläche gibt es nur noch das Stichwort Kurzrasigkeit, aber weder Neuntöter noch Schmetterlinge oder Orchideen.
Wir haben da gern alles im Blick, wohl wissend, dass immer auch jemand dabei leidet, wenn ein anderer gefördert wird. Mit Augenmaß kann man sorgen, dass der Kompromiss nicht zu Lasten einzelner Teile geht und alles weitgehend überleben darf.  Dieser Ansatz scheint nicht "politisch korrekt". Und ist auch einer unserer Gründe für ein Stück Rückzug aus den öffentlichen Flächen. Man muss ja nicht dauerhaft der nützliche Idiot bleiben, nur weil man etwas erhalten will, was dem Gros herzlich egal ist. Wir arbeiten gern glaubwürdig und ganzheitlich. Das geht anscheinend nur auf unserem Eigentum. Leider wachsen dort (noch) keine Enziane.  

Fransenenzian mit Gast